Der ideale Projektleiter ist …

… ein großartiger Spezialist, ein guter Planer, ein Controller, ein Konfliktlöser, ein Moderator. Von allem ein bisschen oder doch nicht? Ich versuche keine Antwort zu geben sondern möchte auf eine Untersuchung hinweisen, die sich dieses Themas annimmt. Sylvia Kirchner-Luft führt an der Fachhochschule für angewandtes Management eine Untersuchung mit dem Titel „Das Persönlichkeitsbild des erfolgreichen Projektmanagers in der sozialen Interaktion“ durch. Das Ausfüllen des Fragebogen dauert ca. 20 min. Es lohnt sich alleine schon in der Hinsicht die eigenen Vorstellungen von einem erfolgreichen Projektleiter zu reflektieren.

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Trupp oder Team – Gruppengefühl und Selbst-Organisation

Ich möchte zum gestrigen Beitrag noch zwei Aspekte ergänzen. In Gruppen, die gemeinsam handeln entsteht ein Wir-Gefühl bzw. ein Gefühl der gegenseitigen Verlässlichkeit. Das gilt für Teams als auch für Trupps. Die Quelle dieser Gefühle ist jedoch nicht identisch. Im Team entstehen diese Gefühle von innen und sind von einer gemeinsamen Vision (z.B. Projektvision) getragen. In Trupps wird das Gefühl mehr durch Außensteuerung und Abgrenzung gegenüber anderen erzeugt. Die militärische Ausbildung wäre hier als extremes Beispiel zu nennen. Die Selbst-Organisation hängt damit eng zusammen. Wenn Selbst-Organisation erlaubt und erwünscht ist entsteht das Wir-Gefühl von innen. Ein Trupp darf sich nur in sehr engen Grenzen selbst organisieren und wird überwiegend von außen organisiert.

Nachgedanken:

Auch wenn ich selbst ein Verfechter der Teamarbeit bin lehne ich die strikte Außen-Organisation nicht ab. Es gibt definitiv Bereiche in denen es notwendig ist mit Trupps zu arbeiten. Wenn ich in einem brennenden Haus sitze, ist es mir lieber von einem straff organisierten Trupp von Feuerwehrleuten gerettet zu werden. Ich halte es aber für äußerst bedenklich wenn Arbeitsgruppen oder Abteilungen in Firmen zwar Teams genannt aber dennoch wie Trupps organisiert werden.

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Trupp oder Team

Der Spruch “T E A M = Toll Ein Anderer Macht es” ist oft zu hören. Angesichts des inflationären Gebrauchs des Begriffes “Team” ist das kein Wunder. Nahezu jede Form der Zusammenarbeit von Menschen wird heute mit dem Begriff Team belegt. Die sprachliche englisch-deutsch Durchmischung führt zu noch mehr Unschärfe. Dass nicht jede Form der Zusammenarbeit den Begriff Team rechtfertigt lässt die Unzufriedenheit wachsen, die unter Anderem in sarkastischen Sprüchen wie dem genannten mündet. Eine Unterscheidung der verschiedenen Team-Arten ist jedoch wichtig: Nicht jedes “Team” ist für jede Aufgabe geeignet. Zudem unterscheiden sich die Ansätze von Leitung und Führung doch erheblich.

Im Folgenden möchte ich zwischen Teams (im engeren Sinne), Mannschaften (Crews) und Trupps unterscheiden. Die Begriffe sind nicht zufällig gewählt, sie verkörpern einerseits extreme Beispiele andererseits werden damit gelegentlich verwendete Metaphern aus Sport oder Militär deutlicher. Ich möchte die Unterschiede an der Form der Aufgabenteilung, dem Führungsprinzip sowie der möglichen Aufgabenstellung beleuchten.

Der extreme Fall des Trupps ist z.B. im Militär oder in Organisationen wie Feuerwehr und Katstrophenschutz zu finden. Die Aufgabenteilung ist sehr strikt und wird gezielt eingeübt. Es ist im Einsatzfall bereits vorher entschieden und allen klar, wer welche Aufgabe übernimmt. Die Entscheidung wer die Drehleiter bedient, wer die Schläuche verlegt und wer die Leiter hoch klettert muss (!) im Vorfeld getroffen werden. Im Ernstfall ist es dafür zu spät. Diese Vorab-Entscheidung ist deshalb möglich weil ein Trupp konkrete Handlungsszenarien und definierte Abläufe hat, die eingeübt werden. Der Begriff der “Übung” ist jetzt schon zweimal gefallen. Zu Recht – er ist ein wesentliches Merkmal. Ein Trupp kann und muss üben. Die Übung findet unter Anleitung eines Führers1 statt. Mit dem explizit benannten Führer gehen auch eine klare, stabile Hierarchie und eine Kommandostruktur einher.

Am anderen Ende der Skala steht ein “echtes Team” wie es z.B. in (agilen) Projekten zum Einsatz kommt. Die Einsatz-Szenarien sind weitgehend unbekannt. Die Aufgabenteilung ergibt sich dynamisch aus den Anforderungen des Projektes. Die innere Hierarchie verändert sich in engem Zusammenspiel mit der konkreten Aufgaben- und Rollenteilung. Eine hierarchische Kommandostruktur und Vorab-Übungen nützen wenig bzw. sind sogar kontraproduktiv.

Die (Fußball) – Mannschaft stellt gewissermaßen die Übergangsform dar. Übungen machen Sinn. Es gibt explizite Hierarchie-Positionen wie z.B. den Trainer oder den Mannschafts-Kapitän2 Die Aufgabenteilung ist vorab festgelegt kann aber in gewissem Umfang wechseln – schließlich kann und darf auch ein Verteidiger Tore schießen. In anderen Sportarten wie z.B. dem American Football ist der Abstand zum “Trupp” geringer, hier wechseln je nach Spielsituation sogar die Spieler das Feld.

Aus diesen Merkmalen ergeben sich noch andere Unterschiede. In einem Trupp ist die Spezialisierung viel größer, dies ermöglicht in den eingeübten Situationen eine sehr hohe Effizienz. Anderseits ermöglicht die Flexibilität des “echten Teams” den besseren Umgang mit unbekannten Situationen. Jede dieser Gruppen hat ihre Berechtigung sollte aber auch passend eingesetzt werden. Für die Projektarbeit, die oft eine Aneinanderreihung von unbekannten Situationen ist, würde ich eine Gruppe empfehlen, die so weit wie möglich einem echten Team entspricht.

  1. Auch wenn der Begriff eventuelle negative Assoziationen auslösen mag, so trifft er doch den Punkt. []
  2. Interessanterweise ist der altmodische Begriff für den Kapitän der Spielführer. []
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über neue Systeme

Ein Projekt bringt ein neues IT-System hervor. Anwender müssen geschult werden. Manche lernen es schnell, andere werden zu Herausforderungen für den Support. Das Problem ist schon älter wie folgendes Video zeigt:

Auch wenn das eher zum Schmunzeln anregt, lohnt es sich vielleicht doch darüber nachzudenken. Die Hilflosigkeit ist manchmal echt und der gute Mönch hat auch recht, wenn er sagt, dass das Umblättern länger als das Rollen der Schriftrolle dauert. Die Wahrheit und der Nutzen eines System liegen zwischen den Extremen und sind nicht immer allen bekannt.

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