Tooltipp zum Wochenanfang

Manchmal stolpert man über kleine Software-Tools mit großer Wirkung. Auf zwei möchte ich heute hinweisen, die in Kombination das Blogger-Forum-Kommentier Leben erheblich leichter machen können.

Das Erste ist PhraseExpress. Das ist nicht mehr und nicht weniger als ein konfigurierbarer Textbausteinkasten, der über frei definierbaren Tastaturkürzeln Textbausteine in allen ! Anwendungen zur Verfügung stellt – völlig egal ob man im Browser ein Formular ausfüllt, in Word einen Brief schreibt oder in Eclipse Code editiert. Besonders angetan hat es mir die Möglichkeit die Textbausteine hierarchisch in Ordnern zu organisieren. Tastenkürzel lassen sich auch für Ordner vergeben. Wird ein so definiertes Kürzel eingegeben erscheint neben dem Cursor ein kleines Popup, aus dem die Textbausteine, die in diesem Ordner liegen ausgewählt werden können – eine kurze Auswahl mit den Pfeiltasten und der entsprechende Baustein ist eingegeben.

Richtig gut wird es aber erst in Kombination mit dem Firefox Add-on it´s all text. Dieses Add-on ermöglicht aus einem Formularfeld im Browser einen definierbaren Editor aufzurufen in dem dann der Text wesentlich komfortabler geschrieben werden kann als in der kleinen Textarea. Wird der Editor geschlossen, wird der Text in das Formular zurück gegeben. Z.B. beim Schreiben von Kommentaren ist das ein echter Segen.

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Projekte leiden, leiten oder managen

Projekte leiten hat manchmal etwas von “Projekte (er)leiden”. Die Arbeit eines Projektleiters bzw. Projektmanagers ist nicht immer leicht – darum soll es heute aber nicht gehen. Es mag nach begrifflicher Erbsenzählerei klingen, ich möchte heute dennoch zwischen Projektmanagement und Projektleitung differenzieren. Sicherlich hört sich Management moderner und cooler an als Leitung, trotzdem bevorzuge ich inzwischen den Begriff der Leitung.

Management hat von der begrifflichen Bedeutung viel mit Verwaltung und Steuerung nach Parametern zu tun. Die Überhöhung des Manager-Begriffs im deutschen Sprachraum hat keine deckungsgleiche Entsprechung in der Herkunftssprache. Im englischen Sprachraum gibt es auch den Facility Manager den man in Deutschland vielleicht Hausmeister nennen würde. Sicher ist die Übersetzung etwas überzogen, dennoch zeigt sie auf, dass der Begriff Management ursprünglich anders verwendet wurde. Ein anderes Beispiel wäre das “Human Resource Management (HRM)” das sich treffend mit Personalverwaltung übersetzen lässt. HRM und Hausmeisterei sind verwaltende Tätigkeiten manchmal mit einem gewissen Machtanspruch in der Regel aber ohne inspirierend, visionären Vorbildcharakter. Ein guter Manager soll seinen Job im Rahmen gewisser Regeln und Parameter machen, die Vermittlung der inspirierenden Visionen gehört nicht unbedingt zu seinen Aufgaben. Nicht umsonst gibt es im Englischen noch den (ergänzenden) Begriff des Leaders bzw. der Leadership. Ein Blick auf die Wortherkunft weist in die gleiche Richtung:

Wikipedia: Die etymologische Wurzel des Begriffs Management ist nicht vollständig geklärt. Als mögliche Wurzeln kommen infrage lateinisch manus agere, an der Hand führen oder mansionem agere, das Haus (für den Eigentümer) bestellen

Die inspirierenden, begleitenden und manchmal sorgenden Aspekte der Arbeit, die in Projekten notwendig sind, stecken hingegen in dem Begriff der Leitung schon mit drin vgl. auch Wikipedia: Leitung. Das Grimm´sche Wörterbuch liefert folgende Bedeutung:

… immer tritt bei ihm das bestimmen einer richtung und eines zieles für einen weg hervor, wobei dieses gewöhnlicher durch persönliche führung als durch bestimmung aus der ferne, durch befehl oder beschreibung gedacht wird.

Den Weg nicht nur aus der Ferne weisen sondern den Weg mitgehen, das ist meine Vorstellung von Projektleitung. Das heißt nicht, dass ich den enger verstandenen Begriff des Managements ablehne. Projektleitung erfordert immer auch Projektmanagement oder anders formuliert, ein reines Verwalten reicht nicht um Projekte zum Erfolg zu führen.

Noch ein Vergleich zum Schluss. Es gibt den ab genudelten Spruch “Kunst kommt von Können …”. Demnach wäre gut beherrschtes Handwerk Voraussetzung für Kunst. Mathematisch gesprochen wäre es eine notwendige aber nicht hinreichende Voraussetzung. Mit anderen Worten “Handwerk alleine mach noch keine Kunst”. Projektleitung ist vielleicht mit Kunsthandwerk vergleichbar. Keine reine Kunst in freier Gestaltung, sondern etwas inspirierendes, das auf einem Management Fundament aufbaut.

P.S. seit heute steht in der Titelzeile auch “teamorientierte Projektleitung”.

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Projektgedanken zwischen den Jahren

Die Zeit “zwischen den Jahren” dauerte früher bis zum 6. Januar, in diesem Sinne ist es noch nicht zu spät kurz auf einige Themen des vergangenen Jahrs zurückzublicken. Die Auswahl der Themen ist natürlich höchst subjektiv. Ganz allgemein fiel mir auf, dass für Leitung und Management von Projekten nach wie vor kein goldener Weg gefunden wurde. Das verwundert mich nicht im Geringsten, da ich der festen Überzeugung bin, dass es diesen goldenen Weg nicht gibt. Genau so wenig gibt es m.E. das beste Werkzeug. Was in einem Projekt gut funktioniert kann im nächsten zur Katastrophe führen. Dementsprechend habe ich mir folgenden Satz hinter die Ohren geschrieben.

Nimm die Methoden und Werkzeuge mit denen die wichtigen Menschen im Projekt arbeiten können und wollen.

Ist Projektmanagement Kunst, Wissenschaft oder ein Handwerk – meiner Ansicht nach von allem ein wenig. Kunst und Wissenschaft sollten auf handwerklichem Können basieren. Handwerk allein reicht jedoch nicht. In Projekten müssen Menschen in einem neuen Kontext zusammen arbeiten und ein Ergebnis abliefern. Projektleitung hat daher zwangsläufig etwas mit Motivation, Führung, Moderation und Konfliktlösung zu tun. Reines PM-Handwerk hilft hier nicht weiter. Projektleitung beinhaltet meistens auch Personalführung. Da Projektleiter selten disziplinarische Vorgesetzte sind und Interessenskonflikte zwischen Projekt und Organisation meist unausweichlich sind wird die Führungsaufgabe noch schwieriger als sie es ohnehin schon ist. Der Begriff “leadership without power” bringt dieses Dilemma gut auf den Punkt. Mein Fazit:

Projektleitung hat viel mit kooperativer und motivierender Führung zu tun. Die Projektleitung ist für die Kooperation im Projekt verantwortlich. Diese Kooperation muss mehr sein als eine Anhäufung von Einzelkompetenzen.

Agil vs. klassisch bzw. “Wie lassen sich beide Ansätze integrieren oder zusammenführen?” Diese Frage wurde vielfältig diskutiert und taucht auch in unterschiedlichen Formulierungen immer wieder aufs Neue auf. Die Debatte “Festpreise in agilen Projekten” sehe ich im gleichen Zusammenhang. Wenn ich meine obenstehende Aussage über den Königsweg ernst nehme, muss ich den gemeinsamen Kern erfolgreicher Projekte finden. Klarheit der Vision und der Projektziele sind unbestritten wichtige Erfolgsfaktoren. Alle methodischen Ansätze bemühen sich auf unterschiedliche Weise diese Klarheit herzustellen. Manchmal hilft es jedoch auf die zwei einfachen W-Fragen zurück zu greifen. Was und Warum? Wenn das “Was” klar, gut dokumentiert und allen bekannt ist, ist ein wichtiger Schritt getan. Wenn dann noch geklärt ist, warum das “was” getan werden soll, lösen sich ggf. vorhandene Widersprüche leichter auf. Die Motivation das Projekt durchzuführen unterscheidet sich bei den so genannten Stakeholdern meistens ganz erheblich. Dementsprechend kann es auf die Frage “Warum?” mehrere Antworten geben.

“Was” und “Warum” sind nicht das gleiche. Auf die Frage “Warum” gibt es in der Regel eine Reihe von Antworten.

Für 2010 wünsche ich mir, dass der Gedanke des “Hausverstands im Projektmanagement” weiter Fuß fasst. Und ich wünsche allen Lesern ein gutes Jahr mit vielen erfolgreichen Projekten.

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Sinnstiftende Weihnachten

Es ist schwierig gute Wünsche für Weihnachten zu formulieren – zwischen christlicher oder anderer religiöser Bedeutung, zwischen Konsum und Familienfest. Jede(r) verbindet mit Weihnachten seine eigene Vision. Also wünsche ich, dass jede(r) einen wirklichen Sinn im Weihnachtsfest finden möge. Das Wort “wirklich” hängt mit dem Wort “wirken” zusammen – ein wirklicher Sinn gibt Kraft und Hoffnung wirkungsvoll zu handeln. Das ist zugleich ein guter Wunsch für das bald beginnende neue Jahr. In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern ein sinnstiftendes Weihnachsfest.

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