dann nennt es bitte nicht Scrum

kürzlich wurde ich unfreiwilliger Ohrenzeuge eines so genannten Scrum-Meetings. Warum nur Ohrenzeuge? Das Meeting fand telefonisch statt und ich habe das Telefonat unfreiwillig mitgehört. Einer der Teilnehmer fragte mich hinterher: “Wie funktioniert Scrum wirklich?” Im weiteren Gespräch, in dem ich Details über das gerade beendete “Scrum-Meeting” erfuhr, stellte sich dann heraus, dass womöglich keiner der Beteiligten wirklich wusste wie Scrum funktioniert. Um ehrlich zu sein mir standen nach dem Gespräch die wenigen verbliebenen Haare zu Berge. Es gibt Organisationen, die guten Gewissens sagen “Wir machen Scrum” und dennoch in der täglichen Praxis ein Musterbeispiel abgeben, wie man es nicht machen sollte. Einige der Punkte aus dem Gespräch möchte ich nachfolgend kurz skizzieren und kommentieren:

  • Es gibt kein Scrum-Meeting, es gibt das daily scrum. Das ist eine kurze, straff organisierte Zusammenkunft des Teams. Eine tägliche Telefonkonferenz von zwei Stunden ohne Moderation ist kein daily scrum.
  • Das daily scrum ist eine Zusammenkunft des Teams und keine Konferenz eines ständig wechselnden Personenkreises. Das Team sollte wissen wer dazugehört und nicht erst zu Beginn des Termins erfahren wer heute dabei ist. Wenn nicht einmal klar ist wer zum Team dazu gehört ist schon die Minimalbedingung erfolgreicher Teamarbeit nicht erfüllt.
  • Probleme werden im daily scrum nur öffentlich gemacht und angerissen. Sie werden notiert und außerhalb geklärt, gelöst oder einer Lösung zugeführt und nicht stundenlang im Meeting diskutiert. Wenn z.B. Schulungen notwendig sind werden diese organisiert und nicht im im daily scrum abgehalten. Das Notieren von Problemen und Hindernissen wie z.B. Schulungsbedarf und die Organisation von Abhilfen sind unter anderem Aufgaben des Scrum-Masters.
  • Eine tägliche Telefonkonferenz mit Zeitzonenverteilung rund um den Globus1 ist wenig effektiv weil immer einer halb im Bett ist. Hier wäre eine andere Einteilung des Teams oder eine Aufteilung in zwei kleinere Teams die bessere Lösung.
  • Qualitätskriterien werden als Abnahmekriterien für die User Stories formuliert und nicht als Meta-Use-Cases, deren Inhalt nichts mit den User Stories zu tun hat.
  • Ein Scrum Team muss kompetent sein, das heißt die Teammember sollten in Summe die für die Arbeit notwendigen Kenntnisse besitzen. Es macht wenig Sinn eine Gruppe von Cobol-Entwicklern auf ein PHP – Projekt anzusetzen und sie als PHP-Scrum-Team zu bezeichnen.2

In besagter Organisation gibt es weder einen Scrum-Master noch einen Product-Owner. Insofern ist es faszinierend, dass überhaupt das Wort Scrum in den Mund genommen wird.

Scrum ist ein außergewöhnlicher Ansatz im wahrsten Sinne des Wortes, der dementsprechend außergewöhnliche Ernsthaftigkeit in der Umsetzung erfordert. Ein Etiketten-Schwindel hilft niemand. Dann lieber wie bisher weiter machen – und – nennt es bitte nicht Scrum.

Nachtrag / Update: Diese Woche flatterte mir eine Anfrage auf den Tisch. Für ein Scrum-Team wurde ein Projektleiter gesucht. Meine Rückfrage “Brauchen Sie einen Scrum-Master oder einen Product-Owner” stieß auf völliges Unverständnis. Scrum und die normale Projektleiter-Rolle passen nicht zusammen, zumindest nicht innerhalb des Aufgabenbereichs eines Teams.

  1. Im konkreten Fall: Europa, USA Ost, USA West und Indien, d.h. einer schläft immer. []
  2. So bizarr sich der Cobol – PHP Vergleich anhören mag ist er dennoch ein reales Beispiel mit dem ich mich schon auseinandersetzen musste. []
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ein paar Tooltipps

Völlig unabhängig von Projektarbeit und Projektleitung möchte ich heute einige Webseiten – Tools unterschiedlichster Art vorstellen, die mir gute Dienste geleistet haben und immer noch leisten1.

Es gibt auch andere Suchmaschinen als Google, es gibt vor allem eine, die keine IP Adressen speichert und Benutzerdaten sammelt. Die Qualität der Suchergebnisse ist in Ordnung. Sie lässt sich in gängige Browser als Standardsuche integrieren und bietet sogar eine verschlüsselte Übertragung an: Ixquick.

Einen völlig anderen Dienst, der eher für Programmierer oder Statistiker interessant ist, bietet Random.Org an. Hier dreht sich alles um Zufallszahlen. Es lassen sich einzelne oder ganze Listen von Zufallszahlen generieren. Die meisten der Generatoren sind kostenlos nutzbar.

Eher aus der kreativen Ecke kommt der Font-Generator. Hier kann man sich seine eigene Handschrift als Font generieren lassen. Für Auflockerungen von Präsentationen oder kreative Arbeiten ist es manchmal ganz hilfreich am PC “handschriftlich” schreiben zu können.

Noch ein Tipp für gestrige Papierarbeiter: Kalender mit oder ohne Ferieneinträgen lassen sich in verschiedenen Formaten auf Schulferien.org drucken.

Zu guter Letzt: Wer schon immer mal wissen wollte ob man die International Space Station ISS sehen kann kann hier nachschauen. Ja – sie ist mit bloßem Auge sichtbar und auf Heavens Above kann man für seinen persönlichen Standort nachschauen, wann sie das nächste Mal vorbeikommt und welche Bahn sie am Himmel beschreibt2.

  1. Ich habe natürlich einen Hintergedanken: Es geht mir teilweise um Alternativen zu scheinbar Alternativosem. []
  2. Die Voreinstellung für den genannten Heavens-Above-Link ist Ludwigsburg []
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Ende Sendepause und ein wenig Wortklauberei

Die letzten drei Wochen war es aufgrund hohen Arbeitsaufkommens etwas ruhiger im Blog. Manchmal lässt die Arbeit in realen Projekten zu wenig Zeit übrig um auch noch über die Arbeit zu schreiben. Bevor es mit richtig neuen Texten weitergeht möchte ich auf die neue Rubrik “Begriffe” in der Menuzeile hinweisen. Im Lauf des vieler Diskussion verändert und verfeinert sich das Verständnis mancher Begriffe. Dem möchten wir auch in Hinblick auf das immer noch aktive Buchprojekt Rechnung tragen und das Verständnis der Begrifflichkeiten, auf das wir hier im Blog zurückgreifen, dokumentieren. Einer der zentralen Begriffe, der des Projektes ist heute inkl. einer überarbeiteten Mindmap hinzugekommen.

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das leidige Thema Datenschutz

Am Anfang stehen die Wünsche des Bloggers nach einer großen Leserschaft und nach Kenntnis derselben. Die Verzahnung mit Social-Media-System ist ebenfalls attraktiv und Google Analytics liefert interessante Daten. Die Rückeinblendung des facebook-like kurbelt wiederum die Popularität an. Der Datenschutz bleibt dabei allerdings gelegentlich auf der Strecke. Auch auf die Gefahr hin weniger Neu-Leser zu gewinnen verzichten wir inzwischen bewusst auf viele “Web 2.x” Funktionen. Nur so können wir sicherstellen, dass diese Seiten auch anonym ohne unnötige Spuren im Netz zu hinterlassen genutzt werden können1. Näheres findet sich in der aktualisierten Datenschutzerklärung.

Der beste Datenschutz ist der Verzicht auf Speicherung.

  1. Netzneutralität, informationelle Selbstbestimmung und Vorratsdatenspeicherung sind wichtige Themen. Lippenbekenntnisse helfen hier jedoch nicht weiter. Deshalb versuchen wir die Umsetzung des Grundsatzes: “Der beste Datenschutz ist ein Verzicht auf Speicherung”. []
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