der Blog lebt

Seit gut 5 Jahren gibt es den projekt(B)LOG. Die aktuelle Installation und inhaltliche Gestaltung hat auch schon fast 4 Jahre auf dem Buckel. Es wird Zeit zum Aufräumen und neu sortieren. Die Idee den Blog aufzulösen und ganz auf g+ oder Facebook umzusteigen habe ich nach kurzer Überlegung verworfen – es geht demnach hier weiter. Die Umbauarbeiten werden in den nächsten Tagen beginnen. Die eine oder andere kurze Störung oder Nichterreichbarkeit wird sich nicht vermeiden lassen – dafür möchte ich schon jetzt um Entschuldigung bitten. Der wichtigste Punkt des Umbaus werden neue Rubriken und Kategorien sein. Die erste neue Rubrik (Projekt-Cartoons) ist schon etabliert. Im Moment vorgesehen sind folgende:

  • Cartoon
  • Forschung
  • in eigener Sache
  • Bibliothek

Die ersten zwei Kategorien sind sicher. Bei der Bibliothek suche ich noch nach einem besseren Begriff, hier sollen Downloads von Veröffentlichungen und Vorträgen, Werkzeuge und weiteres zusammengefasst werden. Weitere Ideen sind:

  • Kommunikation
  • Teamarbeit
  • Führung

Wenn noch jemand Ideen hat her damit, noch ist der Wunschzettel geöffnet.

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Projekt-Cartoon: Der Traum Projektleiter

Ein Cartoon zum Wochenauftakt, heute mit einem Tag Verspätung: Die Träume eines Projektleiters. Hier gibt es noch ein paar Gedanken extra.

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Der undankbare Job des Projektleiters

Ein Stück weit ist es das Thema des heutigen Cartoons: Einerseits der Wunschtraum der ausgezeichneten Rolle des Projektleiters oder Managers andererseits die lästige Pflicht Berichte zu schreiben und ggf. den Ärger abzubekommen wenn es nicht gut läuft. Im GPM-Blog wurde dieses Thema vor kurzem ebenfalls aufgegriffen: Immer noch zu wenig Wertschätzung gegenüber Projektmanagern – hier sagt der Titel schon fast alles. Auch bei Stefan Hagen gab es schon Artikel dazu: Karriere als Projektleiter. Ein gewisser Grundtenor scheint klar, die Würdigung der Aufgabe Projektmanagement fällt in vielen Organisationen schwer. Auf einen weiteren Gedanken bin ich kürzlich in einem Gespräch mit Professor Oliver Kretzschmar gestoßen. Er sagte sinngemäß: “Meine Studenten haben eine völlig falsche Vorstellung vom Projekt-Management-Geschäft … das ist meistens ziemlich anstrengend weil man es ständig mit Menschen zu tun hat”. Kommunikation, Umgang mit Menschen, Konflikte aushalten und lösen, Menschen aus unterschiedlichen Disziplinen zur Zusammenarbeit zu bringen – das ist die Kernaufgabe eines Projektleiters. Dass er hierfür manchmal ein großes Instrumentarium an Methoden braucht ist klar. Letztendlich zählt aber das Ergebnis: Die am Projekt beteiligten Menschen müssen mit einander reden und arbeiten können. Dies herbei zu führen ist manchmal sehr anstrengend. Wie sagte schon Professor Dr. Friedemann Schulz von Thun der Erfinder des Kommunikationsquadrates: “Menschen, die miteinander zu schaffen haben, machen einander zu schaffen“. Und mitten im Zentrum dieses “zu schaffen Machens” steht der Projektleiter. Damit wird plausibler warum der Job nicht halb so cool ist wie er sich anhört und warum er in manchen (nach Linie aufgebauten) Organisationen so wenig gewürdigt werden kann.

P.S. Ich bin gerne Projektleiter, weil mir die Arbeit mit Menschen in wechselnden Zusammenhängen Spaß macht.

Nachtrag gewissermaßen als ausführliche Antwort auf Nadjas Kommentar:

Ich empfinde meine Aufgaben als Projektleiter alles andere als undankbar. Das gemeinsame Arbeiten und Erfolg haben und das Bewusstsein einen wichtigen Beitrag geleistet zu haben gibt mir ein Gefühl der Zufriedenheit. Als selbstständiger Projektleiter bin ich ohnehin von den Karriere- und Belohnungsoptionen der Organisationen für die ich arbeite ausgeklammert. Die Frage nach der Karriere stellt sich mir daher nicht. Ich erinnere mich aber an den Beginn meiner beruflichen Laufbahn. Ich gehörte bei meinem damaligen Arbeitgeber zum privilegierten Kreis der Visitenkarten – Inhaber. Auf der Karte stand zwar Projekt-Manager außer dem Privileg der Karte an sich gab es aber keine weiteren. Unabhängig von den Projekten für die ich verantwortlich war bekam ich nach einiger Zeit zusätzlich eine leitende Funktion in der normalen Organisation und auch einen zweiten Satz Visitenkarten auf dem “Leiter …” stand. Der gefühlte Unterschied der Auswirkungen war immens obwohl die nervenaufreibende aber auch spannende und lohnende Arbeit immer noch unter der Flagge der alten Karte anfiel. Im Sinne der Belohnung in der Organisation empfand ich die Projekt-Aufgaben im Vergleich zur Führungsposition in der Linie damals als undankbar.

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Über Gläser und Flaschen

War der gestrige Cartoon nur ein plattes Wortspiel? Die Metapher des halb vollen bzw. leeren Glases ist ein alter Hut. Die dritte Sicht des Projektleiters, dass das Glas doppelt so groß wie nötig ist eine neutrale, objektive Sicht. Seine Sicht hat einerseits etwas pragmatisches an sich. Seine Analyse gehört aber über den Pragmatismus hinaus zur Metaebene, sie steht über den “kleingeistigen” Sichten des ewig optimistischen Entwicklers oder des pessimistischen Controllers. Die Sicht des Projektleiters steht über den Dingen, er ist in der Lage den banalen Inhalt des Glases zu abstrahieren und einen ganz anderen Kern des Problems zu sehen. Das Glas ist zu groß. Er wird ggf. keine Mühe scheuen um ein neues Glas in der richtigen Größe zu beschaffen, den Inhalt umzufüllen und das überflüssige große Glas wieder wegzuräumen. Falls jetzt jemand mit einer Flasche vorbei kommt um nachzugießen hat man ein neues Problem das aber immerhin unabhängig vom vorherigen ist. Dafür ist das neue Problem ungleich schwieriger als das alte.

Ich würde das nicht schreiben wenn ich mich nicht schon selbst bei unsinnigen Optimierungen ertappt hätte, die mehr Schaden angerichtet haben ohne wirklichen Nutzen zu stiften. Unsinniges Anpassen von Plänen oder die Huldigung des heiligen Prozessfetisch haben mich auch schon den Inhalt des Projektes übersehen lassen. Manchmal geht es nur ums Trinken und es ist (solange da kein Eimer steht) egal wie groß das Glas ist.

P.S. meine Idealvorstellung eines Projektleiters würde dafür sorgen, dass eine Flasche zum Nachfüllen in greifbarer Nähe ist.

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