Was bedeutet Verantwortung?

Am 02.03. wurde in der ARD Sendung “Maischberger” das Thema “Ihr da oben, Ihr da unten – wer sind die wahren Asozialen?” besprochen1. Unter anderem war der Unternehmer Wolfgang Grupp zu Gast. Seine Meinung hat die Diskussion – vorsichtig formuliert – sehr belebt. In den ersten Minuten, in denen Herr Grupp zu Wort kommt spricht er unter anderem von unternehmerischer Verantwortung:

Wer eine Milliardenpleite hinlegt und anschließend Milliardär bleibt und den Steuerzahler die Milliarden Verluste zahlen lässt ist für mich kein Unternehmer sondern ein Ausbeuter. Das ist das Problem, dieser Geschichte, wie es immer mehr nach Deutschland kommt, dass wir hier Insolvenz machen können und anschließend die Steuerzahler die Zeche zahlen lassen. Die Herren, die im Größenwahn Insolvenz machen sind hinterher fein raus. Wir brauchen die Verantwortung zurück. Wir brauchen die persönliche Verantwortung großer Entscheidungsträger, ob sie Minister sind, ob sie in Aufsichtsräten sitzen und über Banken Real Estate oder alles mögliche im Größenwahn entscheiden – sie müssen auch in der Verantwortung stehen wenn es schief geht und nicht nur in der Verantwortung stehen wollen, wenn es gut geht und dann kassieren sondern sie müssen endlich mal auch für ihre Verluste verantwortlich sein. Dann haben wir die ganzen Probleme nicht. Das was Herr Westerwelle angeschnitten hat ist im Prinzip richtig: “Leistung muss sich lohnen” und Nicht-Leistung darf nicht gleich entlohnt werden wie eine Leistung. Aber – wenn Herr Westerwelle das anschneidet, dann muss er natürlich auch ganz klar sagen: “Wenn ich sage, die müssen arbeiten, dann bin ich in der Politik auch verantwortlich, dass ich dafür sorge, dass genügend Arbeitsplätze zur Verfügung stehen”. Wenn ich meinen Mitarbeiter – und ich habe 1200 – sage “Ihr seit faul”, dann ist es meine Aufgabe ihnen Arbeit zu geben.

Es sind bemerkenswerte Sätze. Sie zeigen sehr plakativ die zwei Seiten der Verantwortung auf. Verantwortung zu tragen, wenn alles gut läuft kann sehr angenehm sein. Wer will nicht die (verdienten) Lorbeeren ernten. Wenn es eng wird, Termin- und Budgetüberschreitungen drohen oder sich gar Verluste des Unternehmens ankündigen, dann wird es schon schwieriger sich zur Verantwortung zu bekennen. JA – zur Verantwortung muss mann oder frau sich bekennen. Dieses Bekenntnis ist einer der Faktoren die eine(n) gute(n) Projektleiter(in) ausmachen. Verantwortung bedeutet im Sinn des Wortes, im Falle eines Misserfolgs die Antwortenauf die unangenehmen Fragen zu geben und die Konsequenzen zu tragen. Mit einem einfachen “ich war es nicht – der andere wars” ist es nicht getan.
  1. Sendung in der ARD Mediathek. Die oben zitierten Aussagen beginnen ca. bei Minute 12:35. []
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