Kommunikation in Projekten lautet der Titel einer empirischen Studie, die in Kooperation der GPM, der Atreus Interim Management sowie der Cetacea erstellt wurde. Die Studie kann kostenfrei unter der E-Mail Adresse studien@cetacea-gmbh.de angefordert werden. 754 Projektmanager wurden hierfür zum Thema befragt. Nicht ganz überraschend wird Kommunikation als außerordentlich wichtig erachtet, dennoch werden einige Defizite identifiziert. Zwei Punkte möchte ich hier kurz anreißen. Neben der reinen Information wurde das “Einbinden und Motivieren der Mitarbeiter” als Hauptaufgabe der Projektkommunikation benannt. Informierte und motivierte Mitarbeiter sind auch meiner Meinung nach ein wesentlicher Erfolgsfaktor für Projekte, insofern freue ich mich über dieses Ergebnis1. Die Freude wird angesichts eines anderen Ergebnisses2 ein wenig getrübt. Die Frage nach der Relevanz der Kommunikationsformate und deren tatsächliche Nutzung ist bemerkenswert. Die höchste Relevanz wird den “persönlichen projektinternen Meetings” zugewiesen, diese Meetings werden auch entsprechend der zugedachten Relevanz durchgeführt. Bei der “Projektdokumentation” klaffen Anspruch und Wirklichkeit schon ein wenig auseinander. Die Relevanz ist hoch, die Umsetzung deutlich niedriger. Ernüchternd wird es dann bei der Email. Hier ist die Relevanz niedrig (Platz 7) dafür belegt die tatsächliche Umsetzung Platz 1. Ãœberspitzt formuliert könnte man sagen, obwohl die Defizite von Email bekannt sind wird sie dennoch am häufigsten eingesetzt. Ãœber dieses letzte Ergebnis lohnt es sich nachzudenken. Warum wird eine Kommunikationsform trotz niedriger Relevanz so häufig eingesetzt. Möglicherweise liegt es an einer gewissen Bequemlichkeit, die die Email bietet. Potentiell unangenehme Botschaften können geschrieben, abgeschickt und scheinbar erledigt werden. Die persönliche Ãœberbringung unangenehmer Nachrichten und die dadurch möglichen Auseinandersetzungen lässt möglicherweise viel zurückschrecken und den vermeintlichen einfacheren Weg der Email beschreiten. Möglicherweise ist der übermäßige Email-Einsatz nur eine versteckte Vermeidungsstrategie. Ob das für das Projekt sinnvoll ist möchte ich stark bezweifeln. Auseinandersetzungen und unangenehme kommunikative Situationen gehören leider zum Projektgeschäft dazu.  
  1. siehe Grafik Seite 9 der Studie []
  2. siehe Grafik Seite 12 der Studie []