Order di Mufti – mit der OdM Kennzahl Prozessqualität messen

Ein fast schon satirischer Vorschlag mit sehr ernstem Hintergrund. Es gibt die Redewendung “per Order di Mufti”. “Gemeint ist hier eine undurchsichtige, von oben herab erlassene Verordnung.” (Quelle Wikipedia) An diese Redewendung musste ich kürzlich in einem Gespräch über die Einführung von Projektmanagement-Prozessen denken. Das Problem bei der fraglichen Einführung bestand darin, dass immer wieder Interventionen aus höheren Management-Ebenen stattfanden und bestehende im Einklang mit dem Prozess befindliche Entscheidungen gekippt wurden. Per “Order die Mufti (OdM)” wurden der Prozessablauf umgebogen. Ein Prozess kann sicher nie alle Eventualitäten abdecken, er sollte aber die Zahl der OdM-Interventionen minimieren. Ein Prüfstein für die Ernsthaftigkeit jeder Prozesseinführung ist die einfache (Kenn)Zahl der “OdM” Interventionen. Ein naheliegendes Ziel bei der Optimierung eines Prozesses, ist die deutliche Verringerung der OdM-Zahl. Werden Prozesse ernst genommen verändert sich das Arbeitsfeld des Managements erheblich. Leider hat manch einer(r) Schwierigkeiten mit solchen Veränderungen. Wenn Zweifel an der Ernsthaftigkeit einer Prozesseinführung bestehen, lohnt es sich genau diese Kennzahl vorzuschlagen. An den Reaktionen lassen sich die Erfolgsaussichten für die Einführung leicht erkennen.

2 thoughts on “Order di Mufti – mit der OdM Kennzahl Prozessqualität messen

  1. “Ein naheliegendes Ziel bei der Optimierung eines Prozesses, ist die deutliche Verringerung der OdM-Zahl.” – Wir gehen sogar einen Schritt weiter und legen zu Beginn (d.h. bei den Verhandlungen für Project Charter) als kritischer Erfolgsfaktor Null für OdM fest.
    Ob und wie dieses Ziel Null erreicht werden kann, ist unternehmensabhängig, besser gesagt hängt von der Kultur, insbesondere von der Wertekultur, ab.

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