Trau keiner Untersuchung …

… die Du nicht selbst erstellt hat. So ähnlich lautet ein häufig kolportierter auf die Statistik bezogener Spruch. Abgesehen von fragwürdigen Zahlenspielereien kommt dabei der Formulierung der Untersuchungs-Fragen große Bedeutung zu. Das ist einerseits eine Binsenweisheit, andererseits sind die Effekte immer wieder überraschend. Die ARD hat im Zusammenhang mit der Sonntagsfrage ein Experiment gemacht. Angesichts der durchaus vorhandenen Probleme erfreut sich die Bundesregierung sehr großer Zustimmung. Das erschien zumindest verwunderlich, dementsprechend hat die ARD die Frage nach der Zustimmung variiert:
Wem die Regierung dieses positive Urteil verdankt, macht ein kleines methodisches Experiment deutlich. Unterschiedlichen Teilnehmern haben wir diese Woche die gleiche Frage in drei verschiedenen Formulierungen gestellt. Als wir ganz allgemein nach der Bundesregierung fragten, betrug der Zufriedenheitswert 52 Prozent. Als wir nach der “Bundesregierung unter Führung von Angela Merkel” fragten, waren es sogar 56 Prozent. Und als wir nach der “Bundesregierung aus CDU/CSU und FDP gefragt haben”, betrug der Wert nur magere 38 Prozent.
Der inhaltliche Aspekt der Sonntagsfrage interessiert mich im Moment gar nicht. Es ist die Diskrepanz der Antworten: 38% vs. 56%. Das sind Welten! Da ich gerade an den Fragen für eine neuen Untersuchung in Sachen Projektarbeit / Projektmanagement arbeite stellt sich mir die Frage was manche früher ermittelte Prozentzahl wert ist, wenn alleine durch die Fragestellung solche Effekte möglich sind. Dass auch die bisherigen Begriffe / Fragestellungen Interpretationsspielraum hatten verstärkt die Zweifel eher noch.
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