Autisten in der Softwareentwicklung,
Psychopathen im Management

Davon war in den letzten Monaten mehrfach zu lesen. Ein ausführlicher Artikel in der Zeit gibt einen Ãœberblick über diesen Themenkomplex. In kurzen Worten zusammengefasst werden “psychische Eigenschaften”, die mit verminderter Empathie und eingeschränkter Kommunikation einhergehen, in Zusammenhang mit großartigen Karrieren gebracht. Im abschließenden Abschnitt werden diese Eigenschaften als evolutionärer Vorteil dargestellt. Die Frage, ob es das brutale Wirtschaftssystem ist, das solche Eigenschaften hervorbringt, fördert und selektiert, möchte ich an dieser Stelle nicht diskutieren. Mich beschleicht jedoch ein ungutes Gefühl, wenn daraus resultierendes Verhalten gelobt wird. Umgangsformen und Konventionen unterliegen immer einem Wandel. Das heißt aber nicht, dass jede dem monetären Erfolg geschuldete Veränderung zu begrüßen ist. Einem Kaiser oder König durfte man einst nur nach Aufforderung mit Augenkontakt begegnen. Dieses Verhaltensmuster hat sich überlebt. In unserer Gesellschaft gilt es als normal und höflich, dass man sein Gegenüber im Gespräch anschaut. Das scheint sich zu ändern. In dem verlinkten Artikel wird u.A. ein Beispiel genannt, dass ein gefeierter Unternehmer nicht in der Lage sei, seinem Gesprächspartner in die Augen zu schauen. Coolness, Distanz, Stärke, Durchsetzungsfähigkeit sind Attribute mit denen “wenig Empathie” umschrieben und hoffähig gemacht wird. Meiner persönlichen Meinung nach bräuchten wir mehr Empathie und nicht weniger.

3 thoughts on “Autisten in der Softwareentwicklung,<br />Psychopathen im Management

  1. Lieber Eberhard,

    ich bin auch der Meinung, dass mehr Empathie nicht schlecht wäre. Interessant: Im Zeit-Artikel steht, dass die Empathie seit 1993 abgenommen hat.

    Wie sollen denn Teams ohne Empathie gut zusammenarbeiten?

    LG, Jan

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