(k)ein Thema für ein PMCamp – #PMCampSTR 2018

Das PM Camp in Stuttgart am 26. und 27. April hat kein explizites Thema. Hinter der Überschrift “Projektmanagement: Vorgehensweisen gibt es viele – welche passt wie?” kann sich vieles verstecken. Was beim ersten Lesen nach einer unspezifischen Wundertüte klingt hat aber einen ernsten Hintergrund.

Überall ist von agilisiertem New-Work-Hybrid-Kanban-Lean-Projektmanagement 5.0 zu hören. Alle Methoden werden gemixt und durchgekocht. Dann werden wohlklingende Etiketten verteilt und Seminare verkauft. Projekte-Schaffende und Arbeitende werden zunehmend zu einem Marktsegment.

Hier möchten wir auf dem PM Camp Stuttgart einen ganz expliziten Kontrapunkt setzen. Welche methodischen Elemente werden in welcher Situation gebraucht? Dieser Frage wollen wir in vielerlei Hinsicht nachgehen. Vorgefertigte Antworten wird es keine geben aber sicher viele Denkanstöße und Entscheidungshilfen.

Zur Anmeldung für das PM Camp Stuttgart.

Studie zu Diversität, High-Tech und Teams

Ich möchte heute auf eine Untersuchung hinweisen. Die Autorinnen schreiben folgendes:

Wir arbeiten daran, Schlüsselfaktoren zu identifizieren, die Teams in High-Tech erfolgreich machen, Diversität ermöglichen und ein Abwandern in andere Jobs zu verhindern.

Ich empfehle bei dieser Studie mitzumachen. Je größer die Datenbasis wird, desto eher lassen sich valide Schlussfolgerungen ziehen. Ich empfehle sie noch aus einem anderen Grund. Manche der Fragen erscheinen auf den ersten Moment schnell und einfach zu beantworten. Beim zweiten Nachdenken bzw. mit dem Fortschritt des Ausfüllens helfen die Fragen auch bei der Reflexion des eigenen Verhaltens und lenken den Blick auf Aspekte von Diversität, die allzu leicht untergehen. Alleine dafür sind die 10 min, die das Ausfüllen dauert, gut investiert.

Autorinnen der Studie sind Prof. Dr. Nicola Marsden http://www.hs-heilbronn.de/nicola.marsden sowie Karen Holtzblatt http://www.incontextdesign.com/

Link zur Studie: http://survey-d.researchnow.com/survey/selfserve/53b/171070?list=0

Projektarbeit – erste Ideen für ein Manifest

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Projektarbeit, das heißt Arbeit in gering strukturierten Umfeldern sowie an neuen und oft komplizierten Themen ist ein wesentlicher Aspekt der aktuellen Arbeitswelt. Es wird an Methoden gefeilt, neue Ansätze werden aus der Taufe gehoben, manches was nicht zusammengehört wird in einen Topf gerührt. Es werden Zusammenhänge hergestellt wo meines Erachtens keine sind. Eine agile Welt ist nicht automatische eine bessere oder menschlichere Welt. Digitalisierung sorgt ebenfalls nicht automatisch für eine bessere Welt, selbst die simple Effizienz wird dadurch nicht sichergestellt. Darüber hinaus vermisse ich bei der Diskussion um das Bessere oft die Werte. Wer für das bessere spricht sollte auch die Werte benennen. Anbei meine Werte für die Projektarbeit:

  • Mehr Kooperation als Konkurrenz
  • Mehr der Situation entsprechende Leitung statt fixierter Hierarchie
  • Mehr Ehrlichkeit statt Melonenberichte ((Melonen sind außen grün und innen rot.))
  • Mehr Einfachheit statt Kompliziertheit
  • Mehr Gemeinwohl als Profit-Maximierung um jeden Preis

 

 

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Kollektive Problemlösungskompetenz #MethodeEgal

Im voran gegangenen Text hatte ich die gruppendynamische Reife als wichtigsten Erfolgsfaktor bezeichnet. Das lässt sich einfach erklären.

  • Reife Gruppen zeichnen sich durch ein funktionierendes Vertrauensnetz aus, die Phase der Konflikte und Schuldzuweisungen wurde überwunden.
  • Projekte zeichnen sich durch Neuartigkeit, Kompliziertheit und manchmal Komplexität aus. Es liegt also in ihrer Natur, dass unvorhersehbare Fragestellungen, Herausforderungen und Schwierigkeiten auftauchen. Herausforderungen zu bewältigen und Probleme zu lösen gehört damit zum zwangsläufig zum Projektalltag.
  • Problemlösung lebt vom Ausprobieren neuer Ideen. Allerdings führt nicht jeder Lösungsansatz zum Ziel. So sehr wir es auch wünschen, an „Versuch und Irrtum“ führt kein Weg vorbei.
  • Wenn in der Gruppe Konflikte und Schuldzuweisungen an der Tagesordnung sind, wird niemand riskieren etwas versuchen, um sich nicht der Gefahr potentieller Schuldzuweisungen auszusetzen.

Zerstrittene Haufen können keine komplizierten Probleme lösen und müssen auf Wunder und singuläre Eingebungen hoffen. Letzteres funktioniert leider ganz selten und lässt sich auch nicht planen.

 

Gelingende Kooperation #MethodeEgal

Dieser Text ist Teil der Blogparade des Projekt-Magazins. Als Startpunkt meiner Gedanken zitiere ich Stephan Witt, der ebenfalls schon zur Blogparade geschrieben hat:

Meiner Ansicht nach, ist die Methode nicht egal. Die Methode muss zum Projekt, aber vor allem zu jedem einzelnen Mitarbeiter des Teams passen. Projekte erfordern Höchstleistung des gesamten internen und externen Teams. Der Projektleiter muss die richtige Methode wählen, um Stärken seines Teams zu fördern und die Schwächen auszugleichen.

Damit ist m.E. fast alles zum Thema Methode gesagt. Ich möchte an einer Stelle noch einen Aspekt ergänzen. Es geht nicht nur um Stärken und Schwächen eines Teams sondern auch um die gelingende Kooperation der Menschen, also das was ein Team  ausmacht.

Aus meiner persönlichen Erfahrung und verschiedenen wissenschaftlichen Untersuchungen habe ich folgende Erkenntnis gewonnen. Der Erfolg eines Projektes hängt am stärksten von der gruppendynamischen Reife der Projektgruppe ab. Den Begriff des Teams verwende ich nur für eine Gruppe, die eine hohe Reife hat, d.h. gut zusammenarbeiten kann. Zur umgangssprachlichen Abgrenzung des Teams verwende ich noch die Begriffe der Projekt- oder Arbeitsgruppe bzw. des “zerstrittenen Haufens”. Wenn wir annehmen, dass ein Projekt mit einer mehr oder minder geeignet zusammengestellten Gruppe zu arbeiten beginnt, lässt sich die Aufgabe der Projektleitung in einen externen bzw. internen Aspekt aufteilen und mit folgenden Fragen charakterisieren:

  • Extern: Wie stelle ich sicher, dass am Ende des Projektes halbwegs das heraus kommt was der Kunde will.
  • Intern: Wie stelle ich sicher, dass die Gruppe ihre Kooperationsfähigkeit verbessert und zum Team wird? Oder anders formuliert: Wie verhindere ich, dass die Gruppe zum zerstrittenen Haufen wird?

Heute möchte ich mich auf den internen Aspekt konzentrieren, nehme also an, dass der Projektgegenstand bzw. der Liefergegenstand hinreichend klar ist bzw. im Laufe des Projektes hinreichend klar gemacht wird. Konkret stelle ich mir die Frage welche Fähigkeiten muss ein(e) Projektleiter*in haben um die Kooperation verbessern zu können? Ich denke die Antworten lassen sich an den Fingern einer Hand abzählen:

  • Weitreichende Methodenkenntnis und die Flexibilität die Methode zu wechseln.
  • Empathie um erspüren zu können, dass sich die Menschen in der Gruppe sich nicht (mehr) wohl fühlen.
  • Psychologisches und soziologisches Basiswissen um das Erspürte in Ansätzen verstehen zu können.
  • Reflektiertes Bewusstsein über den eigenen präferierten Führungsstil
    und dessen Auswirkung auf Gruppen und deren Dynamik.
  • Bereitschaft den eigenen Führungsstil situativ an die Situation und die Gruppe anzupassen.

Das hört sich sehr viel einfacher an als es ist. Den präferierten Führungsstil bewusst anzupassen, bedeutet nichts anderes als die Komfortzone weit hinter sich zu lassen. Das ist es worauf sich Projektleitende einlassen müssen. Zu guter Letzt doch ein Schlagwort: Agilität – die muss vor allen anderen der/die Projektleitende haben.

 

 

Hintergrundinformationen zu Umfragen

Vor einigen Jahren hatte ich verschiedene Untersuchen zu Erfolgsfaktoren in Projekten durchgeführt. Zwischenzeitlich wurde ich mehrfach nach den zugrundeliegenden Fragebögen gefragt. Die ZIP-Datei “Druckversion_Fragebogen” enthält einen HTML-Export des Fragebogens. Mittlerweile ist der Fragebogen in dieser Form kaum noch verwendbar. Insbesondere die angewandten Praktiken unterliegen einem ständigen Wandel. Darüber hinaus existiert selbst bei begrifflich gut eingeführten Praktiken wie Scrum kein gemeinsamens Verständnis. Angesichts der abstrusen “Scrum-but” Implementierungen, die mir in meiner Praxis begegnen, könnte man beispielweise selbst bei einer positiven Antwort auf die Scrum Frage nicht sicher sein ob das Team wirklich Retrospektiven durchführt. Auch der Begriff des Projekts befindet sich in einem steten Wandel. Dies müsste bei der Formulierung der Fragen zur Charakterisierung der “Projekte” neu berücksichtigt werden.

 

Zwischengedanken PM Camp Dornbirn 2016 #PMCampDOR

Anbei eine erste lose Sammlung von Gedanken, die sich im Laufe des ersten Tages in meinem Notizbuch angesammelt haben:
  • Unterscheide um zusammenzuführen.
  • Projekte sind manchmal nichts als Theaterdonner auf der vorderen Bühne einer Organisation. Die notwendige Problemlösungsarbeit findet an anderer Stelle statt.
  • Steuerung kann nur funktionieren wenn tatsächlich ein Wissensvorsprung vorhanden ist.
  • Steuerung braucht Macht.
  • Führung ist, wenn um Rat gefragt wird. Ratschläge müssen nicht befolgt werden, sonst wären es Befehle.
  • Wünsche an eine Organisation der Zukunft. Sei aufmerksam, lernfähig, fehlertolerant und robust.
  • Unterscheide zwischen Macht und Einfluss.
  • Agil, selbstbestimmt und demokratisch … das sind verschiedene und nicht immer die besseren Stiefel.
  • Unser aktuelles Verhalten wird oft von längst überholten Rahmenbedingungen geprägt