Projektgedanken zwischen den Jahren

Die Zeit “zwischen den Jahren” dauerte früher bis zum 6. Januar, in diesem Sinne ist es noch nicht zu spät kurz auf einige Themen des vergangenen Jahrs zurückzublicken. Die Auswahl der Themen ist natürlich höchst subjektiv. Ganz allgemein fiel mir auf, dass für Leitung und Management von Projekten nach wie vor kein goldener Weg gefunden wurde. Das verwundert mich nicht im Geringsten, da ich der festen Ãœberzeugung bin, dass es diesen goldenen Weg nicht gibt. Genau so wenig gibt es m.E. das beste Werkzeug. Was in einem Projekt gut funktioniert kann im nächsten zur Katastrophe führen. Dementsprechend habe ich mir folgenden Satz hinter die Ohren geschrieben.
Nimm die Methoden und Werkzeuge mit denen die wichtigen Menschen im Projekt arbeiten können und wollen.
Ist Projektmanagement Kunst, Wissenschaft oder ein Handwerk – meiner Ansicht nach von allem ein wenig. Kunst und Wissenschaft sollten auf handwerklichem Können basieren. Handwerk allein reicht jedoch nicht. In Projekten müssen Menschen in einem neuen Kontext zusammen arbeiten und ein Ergebnis abliefern. Projektleitung hat daher zwangsläufig etwas mit Motivation, Führung, Moderation und Konfliktlösung zu tun. Reines PM-Handwerk hilft hier nicht weiter. Projektleitung beinhaltet meistens auch Personalführung. Da Projektleiter selten disziplinarische Vorgesetzte sind und Interessenskonflikte zwischen Projekt und Organisation meist unausweichlich sind wird die Führungsaufgabe noch schwieriger als sie es ohnehin schon ist. Der Begriff “leadership without power” bringt dieses Dilemma gut auf den Punkt. Mein Fazit:
Projektleitung hat viel mit kooperativer und motivierender Führung zu tun. Die Projektleitung ist für die Kooperation im Projekt verantwortlich. Diese Kooperation muss mehr sein als eine Anhäufung von Einzelkompetenzen.
Agil vs. klassisch bzw. “Wie lassen sich beide Ansätze integrieren oder zusammenführen?” Diese Frage wurde vielfältig diskutiert und taucht auch in unterschiedlichen Formulierungen immer wieder aufs Neue auf. Die Debatte “Festpreise in agilen Projekten” sehe ich im gleichen Zusammenhang. Wenn ich meine obenstehende Aussage über den Königsweg ernst nehme, muss ich den gemeinsamen Kern erfolgreicher Projekte finden. Klarheit der Vision und der Projektziele sind unbestritten wichtige Erfolgsfaktoren. Alle methodischen Ansätze bemühen sich auf unterschiedliche Weise diese Klarheit herzustellen. Manchmal hilft es jedoch auf die zwei einfachen W-Fragen zurück zu greifen. Was und Warum? Wenn das “Was” klar, gut dokumentiert und allen bekannt ist, ist ein wichtiger Schritt getan. Wenn dann noch geklärt ist, warum das “was” getan werden soll, lösen sich ggf. vorhandene Widersprüche leichter auf. Die Motivation das Projekt durchzuführen unterscheidet sich bei den so genannten Stakeholdern meistens ganz erheblich. Dementsprechend kann es auf die Frage “Warum?” mehrere Antworten geben.
“Was” und “Warum” sind nicht das gleiche. Auf die Frage “Warum” gibt es in der Regel eine Reihe von Antworten.
Für 2010 wünsche ich mir, dass der Gedanke des “Hausverstands im Projektmanagement” weiter Fuß fasst. Und ich wünsche allen Lesern ein gutes Jahr mit vielen erfolgreichen Projekten.

One thought on “Projektgedanken zwischen den Jahren

  1. Ein guter Beitrag, der meines Erachtens wesentliche Aspekte zum Thema PM gut zusammenfasst. Danke für die Klarheit Deiner Gedanken.

    Grüße,
    Thomas

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