Fukushima / Strahlenbelastungen

Inzwischen steigen in der Umgebung des KKW Fukushima die Strahlungswerte. Laut BBC erreichten Sie bereits rund 8200 Mikro-Sievert. Was bedeutet das? Strahlenbelastungen werden in “Sievert” gemessen. Die natürliche Strahlendosis liegt je nach Ort etwas bei ca. 2 Milli-Sievert (Milli=Tausendstel) Sievert pro Jahr. Normale Strahlungs-Belastungen liegen in der Größenordnung weniger Milli-Sievert pro Jahr. Um Strahlenbelastungen vergleichen zu können ist also immer auch die Angabe einer Zeit wichtig: Wie lange dauert es, bis die genannte Dosis aufgenommen wurde? Bei der von der BBC genannten Strahlung werden 8200 Mikrosievert pro Stunde (= 8,2 Milli-Sievert) aufgenommen. Mit anderen Worten, die natürliche Jahresdosis an Strahlung ist in wird in Fukushima bereits innerhalb einer Stunde erreicht. Zum Vergleich bei radiologischen Untersuchungen oder Strahlentherapien werden Strahlungsmengen verabreicht, die etwas höher sind. Eine Computertomographie schlägt mit ca. 20 Milli-Sievert zu Buche1, entsprechend 2,5 Stunden Aufenthalt am KKW Fukushima. Insofern ist die Aussage, dass die Strahlung um das KKW ein gesundheitsgefährdendes Maß erreicht hat, korrekt. Woher der Anstieg der Strahlung kam lässt sich nicht eindeutig sagen. Sowohl das (inzwischen gelöschte) Feuer in der Halle mit den gelagerten Brennstäben als auch Lecks an den Reaktoren können dafür verantwortlich sein. Handelt es sich um ein Leck in den Reaktoren werden in den nächsten die Stunden die Strahlungswerte gleich bleiben oder weiter steigen. War alleine das Feuer verantwortlich müssten die Werte wieder sinken. Update: Laut des Live Tickers der Zeit wurde in der Nähe des Reaktors 3 eine Strahlung von 400 Milli-Sievert pro Stunde gemessen. Bei Strahlenbelastungen in dieser Größenordnungen kann es bereits zu akuten Beschwerden wie Ãœbelkeit und Erbrechen kommen. Ist man dieser Strahlung einen Tag ausgesetzt wird es bereits unmittelbar lebensgefährlich2. Ich hoffe inständig, dass sich dieser Wert als Falschmeldung herausstellt. Noch ein Update: ich vermute, dass die genannten 400 Milli-Sievert pro Stunde nicht korrekt sind und es sich um einen Umrechnungsfehler handelt.
  1. http://de.wikipedia.org/wiki/Strahlenbelastung []
  2. http://de.wikipedia.org/wiki/Strahlenkrankheit []

4 thoughts on “Fukushima / Strahlenbelastungen

  1. Sehr geehrter Herr Altschmied,

    danke für die Korrektur und Ergänzung. Mir ging es mehr um die Darstellung der Größenordnung. Ich werde die Formulierung im Text korrigieren. Inzwischen berichtet auch die ARD über 400 mSievert pro Stunde – wenn diese Information tatsächlich korrekt wäre ist mein Vergleich ohnehin hinfällig, viele Grüße Eberhard Huber

  2. Sehr geehrter Herr Dr. Huber,
    Ihre Angaben zu den gesetzlichen Grenzwerten in Deutschland sind nicht korrekt. Nach Paragraph 55 der Strahlenschutzverordnung (http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/strlschv_2001/gesamt.pdf) liegt der Grenzwert für eine beruflich strahlenexponierte Person bei 20 mSv pro Jahr. Die von Ihnen angegebenen 6 mSv beziehen sich nur auf die Einteilung beruflich strahlenexponierter Personen in Kategorien (Paragraph 54). Für nicht beruflich exponierte Personen gilt nach Paragraph 46 ein Grenzwert von 1 mSv aus beruflichen Tätigkeiten (nicht aus medizinischen Untersuchungen!). Die durchschnittliche Belastung der Bevölkerung welweit liegt bei etwa 2,4 mSv pro Jahr (http://de.wikipedia.org/wiki/Strahlenbelastung) kann jedoch an bestimmten, von Menschen bewohnten Orten deutlich höher liegen (z.B. Ramsar im Iran mit Spitzenwerten bis zu 260 mSv pro Jahr, siehe http://en.wikipedia.org/wiki/Background_radiation).

  3. diese hoffnung habe ich eigentlich schon länger aufgegeben. ich unterstelle der japanischen regierung und auch diversen experten, die in verschiedene sendungen eingeladen werden, beschwichtigungspolitik.

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