die Menschen in Japan

Die beiden vorangegangen Beiträge hatte ich geschrieben, weil ich einige der technischen Hintergründe erläutern wollte. Es handelte sich gewissermaßen um Antworten auf Fragen, die mir offline gestellt wurden. In grauer Vorzeit habe ich Physik unter anderem mit dem Schwerpunkt Kernphysik studiert und auch an einschlägigen Instituten gearbeitet. Dementsprechend wurde ich in den letzten Tagen häufig auf die Vorgänge in Fukushima angesprochen. Technische Frage möchte ich nun bewusst nicht mehr ansprechen. Statt dessen denke ich an die Menschen. An die Opfer des Tsunamis, die ohne Obdach, in der Kälte sitzen. An die Schwierigkeiten sie mit dem Notwendigsten zu versorgen. In diesem Zusammenhang möchte ich auch auf eine Hilfsorganisation hinweisen, deren Ansatz mir sehr sinnvoll erscheint. In einer Shelterbox ist eine Minimalunterkunft und ein Minimalhaushalt für bis zu 10 Menschen enthalten. Ein beklemmender Gedanke, aus dem Wohlstand eines technisierten Landes auf den Inhalt dieser Box zurück geworfen zu werden. Und ich denke an die Menschen in Japan, die Entscheidungen treffen müssen. All die hypothetischen Entscheidungs-Planspiele die gelegentlich in Weiterbildungskursen oder Management-Seminaren durchgeführt werden, erscheinen wie eine Farce. In Fukushima sind Menschen, die ggf. über den Tod anderer Menschen entscheiden müssen, um langfristig andere Menschen zu schützen. Alleine die Entscheidung über Strahlungswerte zu informieren oder nicht zu informieren ist schon schlimm genug. Wohl dem, der nie in solche Entscheidungssituationen kommt.

One thought on “die Menschen in Japan

  1. Die 50 Arbeiter, die jetzt noch im AKW Fukushima 1 sind, werden mit Sicherheit in wenigen Wochen sterben, weil die radioaktive Strahlung zu hoch war. Für mich sind diese Männer Helden.

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