Die folgenden Gedanken basieren auf einer Diskussion während des PM Camp in Stuttgart und einem Artikel von Stefan Hagen. Sie sind ein Versuch mit bewusst einfach gehaltenen Begrifflichkeiten den Themenkomplex Projektdefinition, Vorgehensweise und Erfolgsbewertungen zu beleuchten. Am Anfang steht eine Unzufriedenheit, eine Situation die verändert werden soll, mit einem Wort ein Problem. Ein Problem ist eine Aufgabe, deren Lösung mit Schwierigkeiten verbunden ist. Im originalen Sinne des Wortes bedeutet Problem “das zur Lösung Vorgelegte”.1 minifragebogenDie erste Frage, die es zu klären gilt, ist ob das Problem innerhalb der bestehenden Organisation und Abläufe gelöst werden kann? Nur falls diese Frage sicher verneint wird muss ernsthaft über den Start eines Projektes nachgedacht werden. Was für ein Projekt soll es dann sein? Welche Vorgehensweise soll gewählt werden? Reicht überhaupt ein Projekt? Um dies zu entscheiden lohnt es sich vorab über mögliche Lösungen des Problems nachzudenken, diese zu skizzieren und dann den nebenstehenden Minifragebogen auszufüllen. Wenn das Kreuzchen ehrlich gesetzt wurde, kommt schon viel Licht ins Dunkel.
  • Die Lösung ist klar:
    Es bietet sich an ein Projekt mit eher klassischer Vorab-Planung aufzusetzen.
  • Die Lösung lässt sich nur erahnen:
    Hier können agile Vorgehensweisen ihre Stärken voll entfalten.
  • Die Entscheidung über Lösungsmöglichkeiten ist völlig offen:
    “Agil” alleine hilft hier nicht, es handelt sich um ein Forschungsprojekt in dem naturgemäß ungeeignete Lösungswege verworfen und neue beschritten werden müssen.
bewertungenUnd wie steht es mit der Bewertung des Projekterfolgs? Die wichtigste Frage lautet: “Wurde das Problem gelöst?” Je klarer der Lösungsweg am Anfang erschien, desto dringender ist die positive Beantwortung dieser Frage. Die Zufriedenheit der Kunden (Auftraggeber, Stakeholder, …) dürfte mit der Lösung des Problems eng zusammen hängen. Die Frage nach Zeit und Budget stellt sich naturgemäß in Projekten mit Vorabplanung dringender wie in reinen Forschungsprojekten. Dennoch möchte ich hier bewusst eine entspannte Haltung einnehmen. Wenn das Problem gelöst wurde soll eine moderate2 Zeit- und Budget-Ãœberziehung nicht stören. Je stärker der Forschungscharakter eines Projektes ist stellt sich jedoch eine weitere sehr wichtige Frage: “Was hat das Unternehmen (bzw. die Mitarbeiter) aus den verworfenen Lösungswegen gelernt?”. Wenn keiner der Wege zu einer Lösung führte ist das der einzig verbliebene Nutzen eines Forschungsprojektes. Angesichts des unterschiedlichen Charakters von Projekten muss bei der Bewertung des Erfolges von Projekt zu Projekt differenziert werden. Es macht wenig Sinn alle Projekte über einen Kamm zu scheren. Fortsetzung: Ãœber die Sinnhaftigkeit von Projekt-Planung

 

  1. Aus Wikipedia: Ein Problem (gr. próblema das Vorgeworfene, das Vorgelegte, “das, was [zur Lösung] vorgelegt wurde” … http://de.wikipedia.org/wiki/Problem []
  2. Das moderat ist so zu verstehen, solange durch die Ãœberziehung keine neuen Probleme entstehen. []