Die Kulturzwiebel (eine Zusammenfassung)

Eine sehr allgemein gehaltene Definition einer ist die folgende1:
Kultur ist “im Wesentlichen zu verstehen als ein System von Konzepten, Überzeugungen, Einstellungen, Werteorientierungen, die sowohl im Verhalten und Handeln der Menschen als auch in ihren geistigen und materiellen Produkten sichtbar werden.
Dieses System von Konzepten, Überzeugungen usw. lässt sich mit der “Kulturzwiebel” veranschaulichen2. Eine Zwiebel besteht aus verschiedenen Schichten und je tiefer man schneidet desto schmerzhafter wird es für die tränenden Augen. Die verschiedenen Schichten werden den Begriffen “Symbole”, “Helden”, “Rituale”, “Normen” sowie “Grundannahmen” zugeordnet: Kulturzwiebel Zu den Symbolen zählen z.B. Nationalfarben, Kleidung oder einzelne Merkmale einer Kleidung. So ist es in Deutschland für Männer üblich im Büro lange Hosen zu tragen. Der plakative Begriff der Helden lässt dann schon tiefer blicken. Beispielsweise ist in den USA Bill Gates trotz aller Scherze über seine Produkte ein Held. Er ist eine Ikone des “american dream”. In anderen Ländern können ganz andere Personen Heldenstatus haben. Das erste Konfliktpotenzial wird hier schon sichtbar: In einem internationalen Team sollte man sich vorher überlegen ob man “Microsoft-Witze” erzählt oder sich hinterher nicht wundern warum nicht alle in gleicher Weise über den Witz lachen. Hinter den Ritualen verbergen sich Begrüßungen, Höflichkeitsformen, Verbeugungen, Körpersprache, Gebete oder Essensgewohnheiten. So bedeutet Kopfschütteln nicht immer eine Verneinung, genauso wenig wie ein Lächeln Zustimmung bedeuten muss. Oft genannte Beispiele für interkulturelle Differenzen und Konflikte können meist mit diesen ersten drei Schichten identifiziert werden. Für die Projektarbeit kommen auf den nächsten Ebenen weitere Schwierigkeiten hinzu. Hinter den Normen bzw. Werten steckt unter anderem das Verständnis von Führung, Hierarchie oder die Einstellung zum Umgang mit Fehlern. Der offene Umgang mit Fehlern ist nie leicht, in manchen Kulturen jedoch fast unmöglich. Hinter dem “Verschweigen” eines Fehlers steckt ggf. eine tiefsitzende Angst vor Ehrverlust. Hinter den Grundannahmen verstecken sich grundlegende Konzepte des Zusammenlebens. In den jeweiligen Bedeutungen spiegeln sich Staatsform, Religion und Geschichte wider. Was hat das mit Projekten zu tun? Unter Umständen sehr viel! Das Grundverständnis dessen wie man sich in einer Gruppe zu verhalten hat hängt auch von diesen Grundannahmen ab. Eine weiterführende Betrachtung der Werte / Normen – Ebene findet sich hier.  
  1. G. Maletzke. Interkulturelle Kommunikation. Stuttgart 1996: WDV, S. 16 []
  2. Herman Blom und Harald Meier, Interkulturelles Management, Verlag neue Wirtschafts-Briefe, Herne/Berlin 2002, Seite 40 []
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