Menschen werden nicht als Einsiedler geboren. Sie suchen Gruppen, in denen sie sich selbst organisieren können, um die anstehenden Aufgaben meistens kooperativ zu lösen. Die besondere Betonung des Individuums bzw. des Konkurrenzprinzips mag dies verdecken, ändert aber nichts an der Tatsache. So sehr diesem Prinzip auch gehuldigt wird, am Ende des Tages sitzen die Individuen doch wieder am gemeinsamen Tisch und finden sich zu einer Gruppe zusammen. Die Spielgruppe im Kindergarten oder das Meeting in einem Unternehmen haben ähnliche Funktionen. Das meine ich ganz ohne Ironie. Es sind Gruppen in denen Menschen ihren Grundbedürfnissen nachgehen: Kommunizieren, Bestätigung geben und erfahren, gemeinsames Handeln, gemeinsame Erfolge und Vertrauen erleben. Rangeleien in der Gruppe und die Lösungen derselben gehören dazu, sie sind elementarer Bestandteil des Mensch-Seins. Einpressen der Menschen in nicht gestaltbare Prozessabläufe verhindert die Erfüllung dieses Grundbedürfnisses, ist unmenschlich und wird selbst in einer rein funktionalen Sicht keine optimalen Ergebnisse liefern. Das ist m.E. auch der Grund, dass Anreizsysteme nicht richtig funktionieren. Die Wirksamkeit materieller Anreizsysteme wird in den letzten Jahren zunehmend hinterfragt. Studien zeigen hier sehr ernüchternde Ergebnisse. Einen Überblick und weitere Quellenangaben sind im Artikel Anreizgestaltung zu finden. Ein materieller Anreiz wird die reale Bestätigung und Zufriedenheit, die sich aus erfolgreicher Zusammenarbeit und menschlicher Interaktion ergibt, nicht ersetzen können. Gerade in Projekten lässt sich eine menschliche Arbeitsweise im obigen Sinne gut umsetzen. Die Umsetzung ist nicht leicht aber lohnend. Zufriedene Menschen machen gute Projekte. Zum Weiterlesen: