Schlagwort: Kommunikation

Projekt-Cartoon: Was “final” wirklich bedeutet!

projekt_cartoon_034_finale_versionDer Cartoon entstand aus einer twitter-Diskussion. Die Frage lautete: “Was ist zu tun, wenn ein finales Dokument nochmals geändert werden muss?” Die Ursache des post-finalen Änderungswahn wurde allerdings noch nicht hinterfragt. Hier ist auf jeden Fall schon einmal vorab die Antwort.
Autisten in der Softwareentwicklung,<br />Psychopathen im Management

Autisten in der Softwareentwicklung,
Psychopathen im Management

Davon war in den letzten Monaten mehrfach zu lesen. Ein ausführlicher Artikel in der Zeit gibt einen Ãœberblick über diesen Themenkomplex. In kurzen Worten zusammengefasst werden “psychische Eigenschaften”, die mit verminderter Empathie und eingeschränkter Kommunikation einhergehen, in Zusammenhang mit großartigen Karrieren gebracht. Im abschließenden Abschnitt werden diese Eigenschaften als evolutionärer Vorteil dargestellt. Die Frage, ob es das brutale Wirtschaftssystem ist, das solche Eigenschaften hervorbringt, fördert und selektiert, möchte ich an dieser Stelle nicht diskutieren. Mich beschleicht jedoch ein ungutes Gefühl, wenn daraus resultierendes Verhalten gelobt wird. Umgangsformen und Konventionen unterliegen immer einem Wandel. Das heißt aber nicht, dass jede dem monetären Erfolg geschuldete Veränderung zu begrüßen ist. Einem Kaiser oder König durfte man einst nur nach Aufforderung mit Augenkontakt begegnen. Dieses Verhaltensmuster hat sich überlebt. In unserer Gesellschaft gilt es als normal und höflich, dass man sein Gegenüber im Gespräch anschaut. Das scheint sich zu ändern. In dem verlinkten Artikel wird u.A. ein Beispiel genannt, dass ein gefeierter Unternehmer nicht in der Lage sei, seinem Gesprächspartner in die Augen zu schauen. Coolness, Distanz, Stärke, Durchsetzungsfähigkeit sind Attribute mit denen “wenig Empathie” umschrieben und hoffähig gemacht wird. Meiner persönlichen Meinung nach bräuchten wir mehr Empathie und nicht weniger.
auf dem Ohr bin ich taub

auf dem Ohr bin ich taub

Manchmal steckt in sprichwörtlichen Redewendungen viel Wahrheit. Die potentielle Missverständlichkeit von Kommunikation wird in der Formulierung der tauben Ohren (z.B. auf taube Ohren stoßen) deutlich. Ich verzichte jetzt bewusst auf die ausführliche psychologische Deutung der Mehrdeutigkeit einer Botschaft, das habe ich an anderer Stelle schon ausführlich getan1. Eine Äußerung kann also auf taube Ohren stoßen, auch wohlformulierte Sätze kommen beim eventuell beim Gegenüber nicht an. Das ist der schmerzhafte Erfahrungswert. Woran kann es liegen dass manchmal nichts von dem was man sagen möchte beim Gegenüber ankommt? Oft sind es die falschen Erwartungen. Insbesondere zu Beginn eines Gespräches stehen Erwartungen im Raum. Was will mir mein Gegenüber gleich sagen? Werde ich informiert, gelobt oder getadelt. Dazu eine kleine Geschichte, die ich während meiner Wehrdienstzeit erlebt habe. Mein Vorgesetzter befahl mich kurz und knapp zu einem Vier-Augen-Gespräch in sein Büro. Ich ließ auf dem Weg dorthin mein Sündenregister Revue passieren um mich auf den erwarteten Rüffel einzustimmen schließlich hatte ein Vier-Augen-Gespräch selten etwas Gutes zu bedeuten. Er begann das Gespräch dann mit den Worten “Sie kennen sich doch mit Physik aus?” “Wie bitte, äh ja … ?” … Letztendlich ging es darum, dass er im Kompanieunterricht die Wirkung von Atomwaffen erklären sollte, wenig Ahnung davon hatte und mich um Hilfe bat ihm das Thema zu erklären. Meine Erwartung an dieses Gespräch war also völlig falsch. Einen Tadel hatte ich erwartet, eine Frage nach Unterstützung war völlig außerhalb meines Horizontes. Dass das Gespräch gelang lag mit Sicherheit daran, dass ich freudig überrascht wurde. Erwartungen können aber auch enttäuscht werden. Wenn statt eines erwarteten Lobes ein Tadel ausgesprochen steht das Gespräch unter einem schlechten Vorzeichen. Die Enttäuschung oder gar der Ärger über die gefühlte Zurücksetzung lässt leicht die Ohren taub werden. Dann passen sehr schnell noch andere Redewendungen “die Ohren auf Durchzug schalten” … “Worte werden auf die Goldwaage gelegt” … “ein Wort gibt das andere”. Enttäuschung ist ein mächtiges Gefühl. Jede(r) kann sich vorstellen wie es sich anfühlt wenn nicht das erhoffte Geschenk sondern etwas Unschönes unter dem Weihnachtsbaum liegt. Enttäuschung und die Folgegefühle können ein Gespräch sehr schnell entgleisen lassen. Ist das “Lob-Tadel Szenario” fiktiv oder realistisch? Leider ist es realistisch. Schon die kulturell-sprachlichen Unterschiede wie ein Lob formuliert wird kann zum Problem werden. Im Südwesten Deutschlands gilt der Grundsatz “Nicht schimpfen ist genug gelobt”. Der Satz “kann man lassen” gilt als Lob. In anderen Regionen Deutschlands wäre eine solche Formulierung ein Tadel, in den USA wäre es schon eine Beleidigung. Das heißt selbst eine als Lob gedachte Äußerung kann als Tadel verstanden werden, wieviel schlimmer wirkt dann ein echter Tadel. Was kann man dagegen tun? Wenig und doch viel: Die eigenen Erwartungen überprüfen, ggf. revidieren und versuchen die Frage zu beantworten “Welche Erwartung könnte mein Gegenüber haben?”.
  1. Das Kommunikationsfünfecks nach Schulz von Thun habe ich hier im Blog beschrieben . Eine Darstellung inkl. Beispielen aus dem Projektalltag habe ich auf openPM verfasst. []
PM Camp Rhein-Main und was ich mitbringe …

PM Camp Rhein-Main und was ich mitbringe …

Nach dem PM Camp ist vor dem Camp. Das gilt in diesem Jahr besonders. Wer das PM Camp in Stuttgart verpasst hat, kann die nächste Gelegenheit nutzen und das PM Camp Rhein-Main in Bad Homburg vom 27. bis 29. Juni besuchen. Aber auch Wiederholungstäter sind gerne gesehen. Ich selbst werde auch zum PM Camp Rhein-Main fahren und eine Session mitbringen. Das Thema wird “Kommunikation im Kontext von Konflikt und Führung” lauten. Neben einer kurzen Einführung in ein wichtiges Kommunikationsmodell wird die Session eine Ãœbung enthalten, in der mögliche Kommunikationspannen in Führungs- und Konfliktsituationen erfahrbar werden.
© pentaeder 2019 / 2020