Ãœber Vertrauen schreibe ich oft – heute aber aus einer ganz anderen Perspektive als gewohnt. Dies wird kein kritischer Text oder eine Analyse sondern eine einfache Aufzählung von schönen Beispielen bei denen Ehrlichkeit und Vertrauen im Vordergrund stehen. In meinem Heimatort gibt es ein Antiquariat. Ein großer Teil der Bücher steht an einer auch außerhalb der Öffnungszeit frei zugänglichen Stelle. Die Käufer nehmen die Bücher und werfen das Geld in eine bereit gestellte Metallkassette. Das funktioniert seit vielen Jahren so, weder verschwinden die Bücher noch wird die Kassette gestohlen. Der Inhaber schreibt selbst:
Dieser 24 Std.-Freiluft-Verkauf, getragen von unserem Vertrauen an die Besucher, ist eine ziemlich einmalige Einrichtung, die es nun schon über 20 Jahre gibt. Sie genießt regen Zuspruch und erfreut sich großer Beliebtheit.
Kürzlich musste ich in einer Gaststätte ein Treffen von knapp 30 Personen ausrichten. Ein kurzes Gespräch zur Vorbereitung hat genügt, kein Abfragen von Daten, Ausfüllen eines Formulars oder gar eine Unterschrift waren nötig. Nach dem Termin kam nur die kurze Frage nach meiner Adresse um mir die Rechnung zuschicken zu können. Eine Woche später kam dann die Rechnung. Zechprellerei wäre bei dieser Vorgehensweise kein Problem, kommt aber dennoch nicht vor. Der Knaller zum Schluss: Kauf eines Musik-Instrumentes für meine Tochter und mich. Wir gehen zum ersten Mal in diesen Laden, der uns empfohlen wurde. Wir prüfen und spielen die Instrumente und entscheiden uns für eines. Der Preis des Instrumentes ist etwas höher als die Summe, die ich normalerweise in bar mit mir herumtrage. Ich nehme daher meine ec-Karte in die Hand um zu bezahlen, als der Inhaber meint er hätte gar kein Lesegerät. Er gab uns das Instrument dann einfach so und bat uns den Rechnungsbetrag zu überweisen.