Kategorie: openPM und PM Camp

openPM und PM Camp, die offenen Aspekte der Projektarbeit

Warum PM Camps (immer noch) eine gute Idee sind.

Das erste PM Camp fand vor 8 Jahren statt. Einige der damaligen Ideen für ein Projektmanagement-Barcamp haben sich überholt, andere sind deutlicher hervorgetreten. Im Leitbild der PM Camp-Bewegung ist die wichtigste Idee mit einem Satz gut zusammengefasst:

Ein PM Camp bringt Menschen auf Augenhöhe zusammen, um von- und miteinander zu lernen und gemeinsam nach Wegen zu suchen, wie Projektarbeit gut gestaltet werden kann.

PM Camp Leitbild

Dies gilt auch oder sogar im besonderen Maße für das PM-Camp Stuttgart, das in Zusammenarbeit der Hochschule der Medien (HdM) und openPM e.V. veranstaltet wird. An der HdM ist Projekt-Management schon seit Jahren in verschiedenen Fächern Pflichtprogramm. Ich halte dort selbst gelegentlich Vorlesungen. In der Diskussion mit Studierenden bemerke ich immer wieder wie klar und unverstellt der Blick sein kann und dass langjährige Erfahrung nicht das Maß aller Dinge ist.

Erfahrung ist im Projektgeschäft hilfreich. Erfahrungen sind reflektierte Erlebnisse und sollten aber nicht mit Gewohnheiten verwechselt werden. Dialoge auf Augenhöhe zwischen Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungshorizonten erleichtern die Reflexion und unterstützen gemeinsames Lernen.

Eine Mischung von Erfahrungshorizonten stellen wir in Stuttgart unter anderem dadurch sicher, dass ein Kontingent der Tickets (kostenlos) für Studierende reserviert ist.

Das PM-Camp Stuttgart 2019 findet am 3. und 4. Mai statt. Aktuell sind auch noch Tickets zu haben.


Zwischengedanken PM Camp Dornbirn 2016 #PMCampDOR

Zwischengedanken PM Camp Dornbirn 2016 #PMCampDOR

Anbei eine erste lose Sammlung von Gedanken, die sich im Laufe des ersten Tages in meinem Notizbuch angesammelt haben:
  • Unterscheide um zusammenzuführen.
  • Projekte sind manchmal nichts als Theaterdonner auf der vorderen Bühne einer Organisation. Die notwendige Problemlösungsarbeit findet an anderer Stelle statt.
  • Steuerung kann nur funktionieren wenn tatsächlich ein Wissensvorsprung vorhanden ist.
  • Steuerung braucht Macht.
  • Führung ist, wenn um Rat gefragt wird. Ratschläge müssen nicht befolgt werden, sonst wären es Befehle.
  • Wünsche an eine Organisation der Zukunft. Sei aufmerksam, lernfähig, fehlertolerant und robust.
  • Unterscheide zwischen Macht und Einfluss.
  • Agil, selbstbestimmt und demokratisch … das sind verschiedene und nicht immer die besseren Stiefel.
  • Unser aktuelles Verhalten wird oft von längst überholten Rahmenbedingungen geprägt
Die wesentlichen Kleinigkeiten und das PM Camp in Stuttgart

Die wesentlichen Kleinigkeiten und das PM Camp in Stuttgart

Kürzlich habe ich bei einem meiner Kunden eine gute Scrum-Implementierung kennen gelernt. Viele Aspekte des Prozesses und des Unternehmens könnte man direkt in ein Lehrbuch übernehmen. Dennoch hakt es an einigen Stellen. Trotz nachweisbarem Erfolg herrscht wenig Zufriedenheit. Am Ende fehlt es an sozialen Kleinigkeiten. Wie wird das Erreichte wahr genommen, wie kann der eigene Beitrag wert geschätzt werden? Solche Fragen werden sicher auch während des PM Camps in Stuttgart am 29. und 30. April diskutiert. In der Bechreibung des Mottos “Die Kunst des Projekts” heißt es unter anderem:
Im Zusammenklang der sozialen und handwerklichen Aspekten der Projektarbeit kann Virtuosität und die “Kunst des Projekts” entstehen. Deshalb erfordern Management und Arbeit in Projekten mehr als die Beherrschung von Methoden. Führungsaufgaben in Projekten umfassen weit mehr als die Zuteilung von Arbeit.  Empathie und soziale Fähigkeiten sind von großer Bedeutung.
Es gibt noch Tickets. Für 127 Euro (99,+ zzgl, MwSt. und Verkaufsgebühr) können mann und frau für zwei Tage dabei sein. Hier geht es zur Anmeldung.  
Keine neuen Muster ohne Werte

Keine neuen Muster ohne Werte

Für das PM Camp Dornbirn haben wir dieses Jahr das Thema Muster brechen gewählt. Einen ersten Gedankengang über eine erweiterte Bewertung des Projekterfolges hatte ich hier bereits formuliert. Das Wort Bewertung enthält den gedanklich sehr sperrigen Wortstamm „Wert“. Vor dem PM Camp findet auch noch das EnjoyWorkCamp statt, bei dem es sich um neue, menschlichere Lebens- und Arbeitswelten dreht. Auch hier lande ich gedanklich sehr schnell bei dem Begriff Wert(e).

Das Projekt meines Lebens / Blogparade #PMCampKA

Das Projekt meines Lebens / Blogparade #PMCampKA

Das Projekt meines Lebens – so lautet der Titel der Blogparade, zu der das PM-Camp Karlsruhe aufgerufen hat. Das erste PM-Camp in Karlsruhe steht unter dem Motto „Projekte mit Begeisterung, woher kommt die Magie?“. Mir gefällt die Idee die begeisternden Elemente der Projektarbeit in den Vordergrund zu stellen, anstatt Fehler zu analysieren oder über Misserfolge zu klagen. In diesem Sinne nehme ich das geworfene Stöckchen gerne auf. Da ich schon viele gute Projekte auf dem Buckel habe, ist mir die Auswahl nicht leicht gefallen. Über ein Projekt denke ich aber besonders gerne nach. Dazu gehe ich einige Jahre zurück. Das Internet war damals noch wirkliches Neuland. Mein Arbeit gebendes Unternehmen hatte zu der Zeit noch keine Webseite. Parallel zur Erstellung der Webseite sollte im Zuge einer strategischen Ausrichtung des Unternehmens in Richtung Internet ein Intranet aufgebaut werden – über dieses „Intranet Projekt“ soll die Rede sein. Wir waren ein neu aufgestelltes Team voller Begeisterung und aberwitzigem Mut. Der Online-Start wurde lange voraus als „Big Bang“ geplant. Am Tag X sollten in der Kantine Mousepads mit der URL verteilt werden, entsprechend würde nach der Mittagspause der Ansturm beginnen. Dieser „Big Bang“ wurde in den Kalender eingetragen, bevor wir uns überhaupt für ein Redaktionssystem entschieden, ein Stück Infrastruktur eingekauft oder gar vom Rechenzentrum die Zusage hatten, ob sie überhaupt in der Lage wären diesen neumodischen Kram zu betreiben. Wir mussten mit der Betriebsorganisation die Strukturierung ausfechten, papiergebundene Abläufe digitalisieren, Design entwerfen, programmieren, Server aufbauen, alles mit möglichst vielen abstimmen, Inhalte einsammeln, eine Suchmaschine hinzu programmieren und manches mehr. Entgegen allen Erwartungen wurden wir pünktlich fertig und hatten neben viel Stress noch mehr Spaß. Es stellt sich natürlich die Frage woran es lag, dass dies so ein erfolgreiches und tolles Projekt war. Eine etwas sarkastische Analyse lieferte unser Bereichsleiter. In einer Präsentation zeigte sich einer der Zuhörer erstaunt, dass dieses Projekt ohne Management-Attention so erfolgreich wurde, worauf unser Chef meinte, dass gerade die nicht vorhandene Attention der Schlüssel zum Erfolg gewesen wäre – eine bemerkenswertes Aussage für einen Manager. Da steckte in der Tat ein wahrer Kern drin, aufgrund einer parallel laufenden Neuorganisation des Unternehmens sowie gebäudeweiter Umzüge hatten wir einen leerstehenden Flur mit Büroräumen ergattert, den wir ohne organisatorische Einschränkung zur freien Verfügung hatten. Während der Projektlaufzeit bekamen wir unsere Linien-Vorgesetzten praktisch nicht zu Gesicht. Das Team hatte also maximale Freiheiten sich selbst zu organisieren. Aus den Notwendigkeiten des Projektes heraus hatten wir eine Arbeitsform entwickelt, die man heute „agil“ nennen würde. Damals hatte diese Form zu arbeiten noch keinen Namen, das agile Manifest war noch nicht einmal geschrieben. Gemeinsam vergewisserten wir uns gegenseitig etwas Neues schaffen zu können und erarbeiteten uns Stück für Stück die Bestätigung dafür. Das Projektteam wurde nach und nach ein Stück Heimat. Dieses Gefühl der Heimat habe ich selten so stark gespürt. Deshalb habe ich dieses Projekt in besonderem Maße ins Herz geschlossen. Zum Schluss noch eine Anekdote, die das Besondere dieses Projektes unterstreicht. Ein explizites Berichtswesen gab es nicht, zumindest musste ich nie an den Gesamtprojektleiter berichten. Die Info, ob im „Intranet-Teilprojekt“ alles im grünen Bereich war, hat er sich selbst abgeholt. Er sagte einmal:
Ich habe nur auf dem Flur gelauscht, wenn ich Euch lachen gehört habe, wusste ich, dass alles in Ordnung ist.
Spaß, ein Gefühl von Heimat und erlebtes Vertrauen, sind für mich wesentliche Punkte, die die Magie der Projektarbeit ausmachen.
© pentaeder 2019 / 2020