kreuzspitze_panoramaDie folgenden Gedanken sind einerseits eine Fortsetzung dieses Artikels, andererseits eine Weiterführung eines Gedankens, der in der Diskussion zu einem Blogartikel von Stefan Hagen („Agiles Projektmanagement” – ein Widerspruch in sich?) von Holger Zimmermann aufgeworfen wurde. Er schrieb „Etwa die Annahme, ein Plan müssen eingehalten werden, ist aus meiner Sicht falsch.“ Der Gedanke trägt Sprengstoff in sich. Offensichtlich ist es ein hoher Wert in einem Projekt den Plan einzuhalten. „Gut“ und „schlecht“ wird oft vorschnell an der Einhaltung des Planes festgemacht. Andererseits wissen alle, die in Projekten arbeiten, dass Pläne in den seltensten Fällen eingehalten und häufig korrigiert werden. Sind Pläne deshalb überflüssig oder sinnlos? „Nein!“ Sie müssen vielleicht mit einem anderen Sinn gefüllt werden. Ein Projekt ist gewissermaßen ein Lösungsweg, ein Weg von einem unbefriedigenden zu einem befriedigerenden Zustand. Dieser Weg ist naturgemäß von Anfang an nicht in allen Facetten bekannt. Ein Plan ist nicht mehr und nicht weniger als eine Idee des Weges. Stellt sich heraus, dass ein Stück des Weges so nicht gangbar ist muss der Weg eben geändert werden. Mit einer Metapher (Projekt = Bergtour) wird das vielleicht noch deutlicher. Vor der Tour legt man sich den Aufstiegsweg zurecht und packt die Ausrüstung ein, die wahrscheinlich gebraucht wird. Wenn dann am Gipfelgrat das vermeintliche Schneefeld aus blankem Eis besteht müssen eben doch die Steigeisen angelegt werden. Hat man keine Steigeisen dabei muss das Eisfeld umgangen werden. Der Plan wird geändert.

Der ursprüngliche Plan dient also einer bestmöglichen Vorbereitung. Zugleich dient er einer laufenden Ãœberprüfung des Fortschritts. Der springende Punkt ist die Abweichung. Vielleicht sollten wir die Abweichung nicht mehr länger als „Makel“ ansehen, sondern als willkommene Gelegenheit den Weg wieder gangbarer zu machen.

Fortsetzung folgt …