Die Leseempfehlungen sind natürlich alles andere als mittelmäßig – im Gegenteil. In beiden Artikeln geht es um Durchschnitts- und Spitzenleistungen. Von zwei Seiten wird der Spitzenleistungswahn demaskiert. Franziska Köppe schreibt im Artikel “Gut ist uns nicht gut genug” unter anderem folgende Sätze:
Seien wir mal ehrlich. Die Mehrzahl der Arbeitsplätze und Projekte, die ausgeschrieben werden, verlangen keine Hochbegabung. Die ideale Basis, um sie erfolgreich auszufüllen, sind Fleiß, Zielstrebigkeit und ein gerüttelt Maß an Frustrationstoleranz.
  Raimo Hübner schreibt im GPM Blog über den “Killerfaktor “Forced Ranking” in der Projektarbeit“. Er liefert eine nüchterne Analyse wie verheerend die Fixierung auf so genannte Spitzenleistung für die in Projekten notwendige Teamarbeit sein kann. Einen Satz aus seinem Artikel möchte ich ebenfalls zitieren:
“Forced Ranking” trägt den Wettbewerb, Misstrauen und Angst in das Team, wo eigentlich eine Atmosphäre der Zusammenarbeit, des Vertrauens und der Fokussierung auf die Zielerreichung des Projektgegenstandes herrschen müsste
  Dem möchte ich im Moment nur wenig hinzufügen. Zusammenarbeit auf Basis echter Kooperation1 verlangt eine große Bandbreite unterschiedlicher Fähigkeiten von denen sich die meisten einer objektiven Messung ohnehin entziehen. Die Fokussierung auf wenige messbare Leistungskriterien kann daher keine sinnvollen Ergebnisse liefern.
  1. Echte in Teilen frei gestaltete Kooperation steht im Gegensatz zu einer unveränderlichen strukturell abgesicherten Arbeitsteilung im Sinne von Fließbandarbeit. []