Obwohl ich dieses Jahr krankheitsbedingt nicht am PM Camp in Dornbirn teilnehmen konnte, habe ich aus diversen Tweets während der Impulsvorträge Gedankenanstöße mitgenommen. Robert, der schon seit Jahren ein  #Musterbrechen propagiert, hat dabei sinngemäß eine sehr wichtige Frage gestellt:
Welches Bedürfnis steht hinter einem gewohnten Muster?
Auf dem Hintergrund dieser Frage ist mir ein alter Text zum Thema Entscheidungen eingefallen. Kurz zusammengefasst stellte ich damals die These auf, dass es kaum echte rational beantwortbare Sachfragen gibt. Echte Sachfragen muss man nicht entscheiden, sondern kann sie ausrechnen. Stattdessen sind meistens Entscheidungen gefragt, die einen Anteil Gefühle in sich tragen. Allerdings wird der emotionale Anteil einer Entscheidung oft nicht zugelassen, sondern hinter (manchmal endlosen) Kriterienlisten versteckt. In vielen Organisationen ist es mit erheblichem persönlichem Risiko verbunden, Entscheidungen wirklich zu verantworten. Inzwischen denke ich, dass die oft sehr ausführlichen Kriterienlisten und Entscheidungsmatrizen eine Schutzfunktion erfüllen. Sie ermöglichen es die Verantwortung zu verstecken. Wenn die Kriterien ausführlich genug sind und viele mitgewirkt haben, ist am Ende nicht mehr nachzuvollziehen, wer die Verantwortung trägt. Die Frage nach dem Bedürfnis wäre damit beantwortet. Die anschließende Frage, wie man dieses Bedürfnis ohne Verschleierungstaktik befriedigen kann, ist deutlich schwieriger zu beantworten. Der Ruf nach mutigen EntscheiderInnen, die sich der Emotionalität bewusst sind, die genügend Mut zeigen, im Falle einer Fehlentscheidung die Verantwortung zu übernehmen, greift zu kurz. Dieser Mut fällt nicht vom Himmel sondern muss in Organisationen langsam entwickelt werden. Vertrauen in die Menschen und eine gelebte Toleranz bei Fehlern sind wichtige Bestandteile des Nährbodens, auf dem dieser Mut wachsen kann. So etwas geschieht nicht von heute auf morgen, das Muster der Kriterienliste lässt sich nicht einfach brechen, vielmehr muss das Neue langsam entwickelt werden. Auf die langsame Entwicklung hat im Übrigen auch Nadja, die den ersten Impulsvortrag auf dem #PMCampDOR 15 gehalten hat, hingewiesen. Zum Weiterlesen: