Reden statt Tippen

Januar 29th, 2010

Kommunikationswerkzeuge werden überschätzt. Der Knackpunkt ist nicht das Werkzeug sondern die Bereitschaft zur Kommunikation. Wenn die nicht vorhanden ist, nützt das beste Werkzeug nichts. Hier hatte ich zu dem Thema schon mal was geschrieben: Die Legende von Web 2.0 Werkzeugen. Ein Indikator für die Bereitschaft zur Kommunikation ist der Wille zum persönlichen Gespräch. Gespräch bedeutet Reden und Hören – Auge in Auge oder zumindest am Telefon. Manchmal ist es leichter kurz eine Mail zu schreiben. Es lohnt sich an die eigene Nase zu fassen und zu überlegen warum man in einer konkreten Situation lieber eine Mail schreibt statt zum Telefonhörer zu greifen.

Zwei PM Blogger Kollegen haben sich diese Woche ebenfalls mit diesem Thema befasst. Andreas Heilwagen schreibt über Mails, die scheinbar nicht ankommen Wo bleibt die Antwort auf meine Mail und Bas de Baar befasst sich mit dem “besten Tool”: The Best Communication Tool.

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Tooltipp zum Wochenanfang

Januar 25th, 2010

Manchmal stolpert man über kleine Software-Tools mit großer Wirkung. Auf zwei möchte ich heute hinweisen, die in Kombination das Blogger-Forum-Kommentier Leben erheblich leichter machen können.

Das Erste ist PhraseExpress. Das ist nicht mehr und nicht weniger als ein konfigurierbarer Textbausteinkasten, der über frei definierbaren Tastaturkürzeln Textbausteine in allen ! Anwendungen zur Verfügung stellt – völlig egal ob man im Browser ein Formular ausfüllt, in Word einen Brief schreibt oder in Eclipse Code editiert. Besonders angetan hat es mir die Möglichkeit die Textbausteine hierarchisch in Ordnern zu organisieren. Tastenkürzel lassen sich auch für Ordner vergeben. Wird ein so definiertes Kürzel eingegeben erscheint neben dem Cursor ein kleines Popup, aus dem die Textbausteine, die in diesem Ordner liegen ausgewählt werden können – eine kurze Auswahl mit den Pfeiltasten und der entsprechende Baustein ist eingegeben.

Richtig gut wird es aber erst in Kombination mit dem Firefox Add-on it´s all text. Dieses Add-on ermöglicht aus einem Formularfeld im Browser einen definierbaren Editor aufzurufen in dem dann der Text wesentlich komfortabler geschrieben werden kann als in der kleinen Textarea. Wird der Editor geschlossen, wird der Text in das Formular zurück gegeben. Z.B. beim Schreiben von Kommentaren ist das ein echter Segen.

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Projekte leiden, leiten oder managen

Januar 15th, 2010

Projekte leiten hat manchmal etwas von “Projekte (er)leiden”. Die Arbeit eines Projektleiters bzw. Projektmanagers ist nicht immer leicht – darum soll es heute aber nicht gehen. Es mag nach begrifflicher Erbsenzählerei klingen, ich möchte heute dennoch zwischen Projektmanagement und Projektleitung differenzieren. Sicherlich hört sich Management moderner und cooler an als Leitung, trotzdem bevorzuge ich inzwischen den Begriff der Leitung.

Management hat von der begrifflichen Bedeutung viel mit Verwaltung und Steuerung nach Parametern zu tun. Die Überhöhung des Manager-Begriffs im deutschen Sprachraum hat keine deckungsgleiche Entsprechung in der Herkunftssprache. Im englischen Sprachraum gibt es auch den Facility Manager den man in Deutschland vielleicht Hausmeister nennen würde. Sicher ist die Übersetzung etwas überzogen, dennoch zeigt sie auf, dass der Begriff Management ursprünglich anders verwendet wurde. Ein anderes Beispiel wäre das “Human Resource Management (HRM)” das sich treffend mit Personalverwaltung übersetzen lässt. HRM und Hausmeisterei sind verwaltende Tätigkeiten manchmal mit einem gewissen Machtanspruch in der Regel aber ohne inspirierend, visionären Vorbildcharakter. Ein guter Manager soll seinen Job im Rahmen gewisser Regeln und Parameter machen, die Vermittlung der inspirierenden Visionen gehört nicht unbedingt zu seinen Aufgaben. Nicht umsonst gibt es im Englischen noch den (ergänzenden) Begriff des Leaders bzw. der Leadership. Ein Blick auf die Wortherkunft weist in die gleiche Richtung:

Wikipedia: Die etymologische Wurzel des Begriffs Management ist nicht vollständig geklärt. Als mögliche Wurzeln kommen infrage lateinisch manus agere, an der Hand führen oder mansionem agere, das Haus (für den Eigentümer) bestellen

Die inspirierenden, begleitenden und manchmal sorgenden Aspekte der Arbeit, die in Projekten notwendig sind, stecken hingegen in dem Begriff der Leitung schon mit drin vgl. auch Wikipedia: Leitung. Das Grimm´sche Wörterbuch liefert folgende Bedeutung:

… immer tritt bei ihm das bestimmen einer richtung und eines zieles für einen weg hervor, wobei dieses gewöhnlicher durch persönliche führung als durch bestimmung aus der ferne, durch befehl oder beschreibung gedacht wird.

Den Weg nicht nur aus der Ferne weisen sondern den Weg mitgehen, das ist meine Vorstellung von Projektleitung. Das heißt nicht, dass ich den enger verstandenen Begriff des Managements ablehne. Projektleitung erfordert immer auch Projektmanagement oder anders formuliert, ein reines Verwalten reicht nicht um Projekte zum Erfolg zu führen.

Noch ein Vergleich zum Schluss. Es gibt den ab genudelten Spruch “Kunst kommt von Können …”. Demnach wäre gut beherrschtes Handwerk Voraussetzung für Kunst. Mathematisch gesprochen wäre es eine notwendige aber nicht hinreichende Voraussetzung. Mit anderen Worten “Handwerk alleine mach noch keine Kunst”. Projektleitung ist vielleicht mit Kunsthandwerk vergleichbar. Keine reine Kunst in freier Gestaltung, sondern etwas inspirierendes, das auf einem Management Fundament aufbaut.

P.S. seit heute steht in der Titelzeile auch “teamorientierte Projektleitung”.

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Projektgedanken zwischen den Jahren

Januar 4th, 2010

Die Zeit “zwischen den Jahren” dauerte früher bis zum 6. Januar, in diesem Sinne ist es noch nicht zu spät kurz auf einige Themen des vergangenen Jahrs zurückzublicken. Die Auswahl der Themen ist natürlich höchst subjektiv. Ganz allgemein fiel mir auf, dass für Leitung und Management von Projekten nach wie vor kein goldener Weg gefunden wurde. Das verwundert mich nicht im Geringsten, da ich der festen Überzeugung bin, dass es diesen goldenen Weg nicht gibt. Genau so wenig gibt es m.E. das beste Werkzeug. Was in einem Projekt gut funktioniert kann im nächsten zur Katastrophe führen. Dementsprechend habe ich mir folgenden Satz hinter die Ohren geschrieben.

Nimm die Methoden und Werkzeuge mit denen die wichtigen Menschen im Projekt arbeiten können und wollen.

Ist Projektmanagement Kunst, Wissenschaft oder ein Handwerk – meiner Ansicht nach von allem ein wenig. Kunst und Wissenschaft sollten auf handwerklichem Können basieren. Handwerk allein reicht jedoch nicht. In Projekten müssen Menschen in einem neuen Kontext zusammen arbeiten und ein Ergebnis abliefern. Projektleitung hat daher zwangsläufig etwas mit Motivation, Führung, Moderation und Konfliktlösung zu tun. Reines PM-Handwerk hilft hier nicht weiter. Projektleitung beinhaltet meistens auch Personalführung. Da Projektleiter selten disziplinarische Vorgesetzte sind und Interessenskonflikte zwischen Projekt und Organisation meist unausweichlich sind wird die Führungsaufgabe noch schwieriger als sie es ohnehin schon ist. Der Begriff “leadership without power” bringt dieses Dilemma gut auf den Punkt. Mein Fazit:

Projektleitung hat viel mit kooperativer und motivierender Führung zu tun. Die Projektleitung ist für die Kooperation im Projekt verantwortlich. Diese Kooperation muss mehr sein als eine Anhäufung von Einzelkompetenzen.

Agil vs. klassisch bzw. “Wie lassen sich beide Ansätze integrieren oder zusammenführen?” Diese Frage wurde vielfältig diskutiert und taucht auch in unterschiedlichen Formulierungen immer wieder aufs Neue auf. Die Debatte “Festpreise in agilen Projekten” sehe ich im gleichen Zusammenhang. Wenn ich meine obenstehende Aussage über den Königsweg ernst nehme, muss ich den gemeinsamen Kern erfolgreicher Projekte finden. Klarheit der Vision und der Projektziele sind unbestritten wichtige Erfolgsfaktoren. Alle methodischen Ansätze bemühen sich auf unterschiedliche Weise diese Klarheit herzustellen. Manchmal hilft es jedoch auf die zwei einfachen W-Fragen zurück zu greifen. Was und Warum? Wenn das “Was” klar, gut dokumentiert und allen bekannt ist, ist ein wichtiger Schritt getan. Wenn dann noch geklärt ist, warum das “was” getan werden soll, lösen sich ggf. vorhandene Widersprüche leichter auf. Die Motivation das Projekt durchzuführen unterscheidet sich bei den so genannten Stakeholdern meistens ganz erheblich. Dementsprechend kann es auf die Frage “Warum?” mehrere Antworten geben.

“Was” und “Warum” sind nicht das gleiche. Auf die Frage “Warum” gibt es in der Regel eine Reihe von Antworten.

Für 2010 wünsche ich mir, dass der Gedanke des “Hausverstands im Projektmanagement” weiter Fuß fasst. Und ich wünsche allen Lesern ein gutes Jahr mit vielen erfolgreichen Projekten.

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Sinnstiftende Weihnachten

Dezember 24th, 2009

Es ist schwierig gute Wünsche für Weihnachten zu formulieren – zwischen christlicher oder anderer religiöser Bedeutung, zwischen Konsum und Familienfest. Jede(r) verbindet mit Weihnachten seine eigene Vision. Also wünsche ich, dass jede(r) einen wirklichen Sinn im Weihnachtsfest finden möge. Das Wort “wirklich” hängt mit dem Wort “wirken” zusammen – ein wirklicher Sinn gibt Kraft und Hoffnung wirkungsvoll zu handeln. Das ist zugleich ein guter Wunsch für das bald beginnende neue Jahr. In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern ein sinnstiftendes Weihnachsfest.

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Muppetshow oder Bootcamp – Du und Dein Team

Dezember 4th, 2009

Bas de Baar schreibt heute über die Einstellung des Projektmanagers zu seinem Team. Er stellt Fragen in Form von Metaphern. Eine – die Muppet Metapher (Statler und Waldorf) – gab dem Beitrag den Namen. Teamleitung wie Statler und Waldorf, das heißt gelegentliche bissige Kommentare von außen ohne sich zu beteiligen. Oder wie ein Drill Instructor …

Lesenswert: You And Your Team: Drill Instructor Or The Muppets?

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eine PM Linkliste der anderen Art

November 30th, 2009

Andreas Heilwagen hat heute eine Liste mit PM Cartoons zusammengestellt – sehr zu empfehlen :-)

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Erste Nachgedanken zur Führungsklausur

November 28th, 2009

Die Live-Klausur ist zu Ende. 5 Stunden fruchtbarer und intensiver Diskussionen haben ihre Spuren hinterlassen. Gestern war es noch die Erschöpfung, die mir nur einen kurzen Twittereintrag ermöglichte:

Führung im 21. Jahrhundert, die Klausur in Ludwigsburg war große Klasse, danke an alle die dabei waren

Stefan hat es immerhin schon zu einem kurzen Blogeintrag geschafft ;-)

Heute morgen kreisen immer noch die Gedanken, für eine Aufarbeitung ist es noch wohl zu früh. Ein paar Gedanken möchte ich dennoch versuchen schon jetzt zu fassen und hier unstrukturiert aufzuschreiben. Ich schreibe bewusst in der Ich-Form, weil es meine aktuellen Gedankengänge sind und keine Zusammenfassung oder Essenz unserer Diskussion darstellen:

  • Wenn ich das Bedürfnis spüre an einem hierarchischen auf Loyalität basierenden Führungsverständnis etwas zu ändern, also versuche ein neues Führungsverständnis zu entwickeln, bediene ich mich nahezu zwangsläufig den Begriffen und Mustern des aktuellen Denkens und beschränke dabei meine Kreativität ein neues Verständnis zu finden. Gestern fiel der Vergleich mit Einstein, der erst in der Überwindung des Konzeptes des unveränderlichen Raumes den Schritt zu einer neuen Beschreibung von Raum und Zeit geschafft hat. Umbrüche im Denken generieren neue Bilder neue Begriffe manchmal eine neue Sprache. Diese Bilder, Gestalten und Sprache müssen wir finden.
  • Führung ist allgegenwärtig. Jeder Mensch handelt und führt. Aus dem Handeln entsteht Führung und wenn es nur dadurch ist, dass er unreflektiert Nachahmer findet. In einer Gruppe von Menschen entwickelt sich aus den individuellen Führungsbeiträgen, ein Muster, ein Netzwerk, eine Verteilung von Führung. Das entspricht in etwa der Rollenklärung der Gruppendynamik. Die selbst organisierte Führung ist verteilt – aber nicht gleichmäßig verteilt.
  • Wer führt hat Einfluss, der Einfluss ist nicht gleichmäßig verteilt. Jetzt kommt der Kontext hinzu. Den Gruppen werden einflussreiche Menschen vor die Nase gesetzt. Dies können Vorgesetzte, Projektleiter oder andere sein. Diese Einsetzung eines Führers verändert die Führungsverteilung der Gruppe. Die veränderte oder deformierte Führungsverteilung muss nicht zwingend kompatibel zu der organisch gewachsenen sein. Hier entsteht ein Spannungsfeld.
  • Das Bild, dass Führung ein Angebot ist, das von den potentiell Geführten angenommen werden muss, ist richtig. In vielen Unternehmen haben Mitarbeiter allerdings nicht die Wahl, Führung anzunehmen oder nicht. Aus der “scheinbaren Annahme” entstehen schmerzhafte Spannungen, innere Kündigungen oder Dienst nach Vorschrift.
  • Zwischem einer organisch, selbst organisierten Führung und einem Führungskontext gibt es ggf. schmerzhafte Gelenkstellen.
  • Das Menschenbild ist wichtig. Was macht Menschen aus? Wie kann man dem “Wesen des Menschen” in verschiedenene Führungskontexten gerecht werden.

In den nächsten Wochen werden sicher noch viele Beiträge folgen, wir werden das Videomaterial auswerten, Teile davon separat veröffentlichen und Gedanken zur Weiterarbeit entwickeln. Ja – es wird eine Weiterarbeit geben. Vielleicht entwickelt sich aus der Runde von gestern tatsächlich eine Keimzelle – ein Ludwigsburger Kreis – für ein neues Führungsverständnis.

Hier noch interessante Gedanken im schlossBlog.

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Führung und Management im 21. Jahrhundert: heute Live – Klausur mit Einmischmöglichkeit

November 27th, 2009

besprechung_blick_von_oberhalb_des_flipchartsEigentlich ist der Begriff einer “Live – Klausur” ein Widerspruch in sich. Die Teilnehmer einer Diskussion, die auf Stefan´s Blog begann, treffen sich heute am Freitag um Vorstellungen über Führung und Management im 21. Jahrhundert zu diskutieren. Eine echte Klausur rund um den nebenstehenden Tisch hinter verschlossenen Türen würde der Sache jedoch nicht gerecht werden. Deshalb haben wir uns entschlossen nicht nur die Ergebnisse sondern auch die Diskussion im Internet transparent zu machen. Das was morgen um diesen Tisch herum geschehen wird, lässt sich ab ca. 14:15 Uhr via Videostream und Twitter verfolgen.

Wer Argumente in die Diskussion werfen will kann uns eine Mail an folgende Adresse schicken: klausur @ neue-fuehrung.de

Upstream

Twitter

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Führung im 21. Jahrhundert / Live Klausur

November 26th, 2009

besprechung_blick_von_oberhalb_des_flipchartsEigentlich ist der Begriff einer “Live – Klausur” ein Widerspruch in sich. Die Teilnehmer einer Diskussion, die auf Stefan´s Blog begann, treffen sich am 27.11. – also am Freitag dieser Woche in den pentaeder – Büroräumen um Vorstellungen über Führung und Management im 21. Jahrhundert zu diskutieren. Eine echte Klausur rund um den nebenstehenden Tisch hinter verschlossenen Türen würde der Sache jedoch nicht gerecht werden. Deshalb haben wir uns entschlossen nicht nur die Ergebnisse sondern auch die Diskussion im Internet transparent zu machen. Das was morgen um diesen Tisch herum geschehen wird, lässt sich ab ca. 14:15 Uhr via Videostream und Twitter verfolgen.

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