Schlagwort: Teamarbeit

Bittere Wahrheiten über die Begrenzheit mancher Maßnahmen …

Bittere Wahrheiten über die Begrenzheit mancher Maßnahmen …

Ein sprichwörtliches Gebet lautet: Gib mir die Kraft Dinge zu ändern, die ich ändern kann, gib mir Geduld Dinge zu ertragen, die ich nicht ändern kann, und gib mir die Weisheit beides voneinander zu unterscheiden. An dieses Sprichwort musste ich denken, als in einem Projekt über Wochen hinweg die Arbeitsatmosphäre immer schlechter wurde. Dabei waren die Arbeitsergebnisse gut, die anvisierten Termine waren haltbar. Allerdings waren die Rahmenbedingungen unsicher, wichtige Entscheidungen wurden über Wochen hinweg verschoben. Gute Lösungen und ebenso tragfähige “Pläne B” starben in der Wartezeit dahin. Die Frage “Warum machen wir das” geisterte zuerst leise über die Flure, wurde im Laufe der Zeit immer lauter ausgesprochen. Das vorhandene Wir-Gefühl bröckelte von Tag zu Tag. Irgendwann stand dann die Idee der motivierenden Maßnahmen im Raum. So verheißungsvoll eine rettende Maßnahme auch erscheinen mag. Solange es an den demotivierenden Rahmenbedingungen keine Änderung gibt, wird sie ins Leere laufen und im Endeffekt für noch mehr Frustration sorgen. Und wenn der Schmerz angesichts der Situation noch so groß ist und der Kopf voller Methoden und Ideen steckt, muss die Situation ertragen werden. Einzelne schmerzlindernde Aktionen sind hilfreich mit der echten “Teamtherapie” muss aber gewartet werden, bis die ausstehenden Entscheidungen fallen und genügend Rahmenbedingungen wieder sichtbar werden.1 In diesem Moment kann dann so etwas wie ein Zwischen-Kickoff ein Startpunkt für konstruktive Veränderung der Teamdynamik sein. Insofern könnte man das Gebet um die Zeile ergänzen: … und gibt mir klare Sicht den richtigen Zeitpunkt nicht zu verpassen.
  1. Gelegentlich wird von guten oder schlechten Rahmenbedingungen gesprochen. Je nach Blickwinkel kann die Einschätzung welche die “Guten” sind aber sehr unterschiedlich sein. Das eigentliche destruktive Element ist das Fehlen von Rahmenbedingungen. []
Zwei “mittelmäßige” Lesempfehlungen

Zwei “mittelmäßige” Lesempfehlungen

Die Leseempfehlungen sind natürlich alles andere als mittelmäßig – im Gegenteil. In beiden Artikeln geht es um Durchschnitts- und Spitzenleistungen. Von zwei Seiten wird der Spitzenleistungswahn demaskiert. Franziska Köppe schreibt im Artikel “Gut ist uns nicht gut genug” unter anderem folgende Sätze:
Seien wir mal ehrlich. Die Mehrzahl der Arbeitsplätze und Projekte, die ausgeschrieben werden, verlangen keine Hochbegabung. Die ideale Basis, um sie erfolgreich auszufüllen, sind Fleiß, Zielstrebigkeit und ein gerüttelt Maß an Frustrationstoleranz.
  Raimo Hübner schreibt im GPM Blog über den “Killerfaktor “Forced Ranking” in der Projektarbeit“. Er liefert eine nüchterne Analyse wie verheerend die Fixierung auf so genannte Spitzenleistung für die in Projekten notwendige Teamarbeit sein kann. Einen Satz aus seinem Artikel möchte ich ebenfalls zitieren:
“Forced Ranking” trägt den Wettbewerb, Misstrauen und Angst in das Team, wo eigentlich eine Atmosphäre der Zusammenarbeit, des Vertrauens und der Fokussierung auf die Zielerreichung des Projektgegenstandes herrschen müsste
  Dem möchte ich im Moment nur wenig hinzufügen. Zusammenarbeit auf Basis echter Kooperation1 verlangt eine große Bandbreite unterschiedlicher Fähigkeiten von denen sich die meisten einer objektiven Messung ohnehin entziehen. Die Fokussierung auf wenige messbare Leistungskriterien kann daher keine sinnvollen Ergebnisse liefern.
  1. Echte in Teilen frei gestaltete Kooperation steht im Gegensatz zu einer unveränderlichen strukturell abgesicherten Arbeitsteilung im Sinne von Fließbandarbeit. []
Noch 4 Tage bis zum #pmcamp12

Noch 4 Tage bis zum #pmcamp12

Logo #pmcamp12Am Donnerstag beginnt in Dornbirn in den Räumen der FH Vorarlberg das PM-Camp. Ich freue mich viele Menschen vom letzten Jahr wieder zu sehen und manche virtuelle Bekanntschaften real werden zu lassen. Mit fast 120 Teilnehmern wird das #pmcamp12 fast doppelt so groß werden wie das vergangene. Dass die Idee eines Austausches auf Augenhöhe so gut angenommen wird, freut mich als Mitglied des Vorbereitungsteams besonders. Im Sinne des gegenseitigen Austausches wird es dieses Jahr nur zwei Impulsvorträge geben, siehe Programm. Der größere Teil der Zeit steht für selbst gestaltete Sessions zur Verfügung. Ich selbst werde Vorschläge für eine oder zwei Sessions zu den Themen Teamarbeit, Teamentwicklung und (interkultureller) Kommunikation mitbringen. Wer noch Fragen, Wünsche oder Ideen zu den genannten Themen hat, kann dies gerne als Kommentar vermerken, dann schaue ich ob ich was Passendes mitbringen kann. P.S: Mein Input für diese Sessions und die Ergebnisse werden danach auf openPM eingestellt.  
in Kreisen leben und arbeiten

in Kreisen leben und arbeiten

Keine Sorge das wird kein Artikel ausschließlich über Google+. Ich möchte aber den Begriff der circles aufgreifen um einige Gedanken zu entwickeln. Ich halte den Begriff für eine treffliche Wahl. Unsere Sprache kennt die circle-Metapher bereits. Es gibt Kulturkreise, Freundeskreise oder den Kreis der Familie. Es gibt Kreise in denen man verkehrt oder zu denen man gehört. Wenn ein Personenkreis keinen leichten Zutritt gewährt spricht man auch von Zirkeln. Menschen sitzen im Kreis, es gibt den Stuhlkreis im Kindergarten oder den im Manager-Seminar. Gelegentlich sitzt man auch am runden Tisch – das ist zwar immer noch ein Kreis durch den Tisch ensteht jedoch eine weitere Bedeutung, die einen eigenen Blogbeitrag wert wäre. Menschen-Kreise sind uns also zutiefst vertraut. Das hängt mit dem Grundbedürfnis der Menschen zusammen, sich in Gruppen zusammenzufinden. An diesem Bestreben hat sich letztendlich seit der steinzeitlichen Sippe nichts geändert. Es ist die Sehnsucht nach dem Gefühl der Zugehörigkeit, die die Menschen treibt. Nicht umsonst ist die Klärung der Zugehörigkeit das Einstiegsthema in jeder Gruppenbildung. Die Frage “Wer gehört dazu?” muss beantwortet werden. Jede Konstellation von Gruppen wird sich diese Frage stellen und Antworten finden. Das ist sicherer als das Amen in der Kirche, es ist ein menschliches Grundbedürfnis. Es passiert im Kindergarten (Der darf nicht mitspielen!), in der Schulklasse, im Sportverein, im Gesangsverein, in Peer-Groups, innerhalb von Firmen, in Internet-Foren, bei Google+ und in Projekten. Das arme Menschlein hat es dabei nicht immer leicht. Mann oder Frau kann nicht zu allen Kreisen gehören. Die Aufnahmebedingungen für Kreise widersprechen sich gelegentlich. Der oder die Einzelne irrt dann zwischen den Kreisen umher. Das kann weh tun, dem Einzelnen aber auch der Gruppe. In Projekten kann es fatal sein wenn sich nicht alle als dazugehörig fühlen. An anderer Stelle hatte ich über anonyme Spezialisten geschrieben, diese fühlen sich oft nicht zugehörig. In der Entstehungsphasen von Social-Media Plattformen ist die Klärung der Zugehörigkeit leicht zu beobachten. Gruppen entstehen, definieren sich, Listen entstehen – wer steht auf welcher Liste, wer folgt wem. Ein paar Reibereien entstehen an den Rändern überlappender Kreise. Was sich auf Google+ entspannt beobachten lässt ist in der Projektarbeit alles andere als entspannend. Dort kann es zur harten Arbeit werden sich in den richtigen Kreisen zu finden. Die Bildung von passenden Kreisen ist für mich eine zentrale Aufgabe in der Projektarbeit. Die Konstellation, das Umfeld, die Methoden oder die Rollen sind nebensächlich. Projektleiter, Scrum-Master oder andere1 sorgen letztendlich dafür, dass sich die richtigen Kreise bilden. Kreise in denen sich die Menschen wohlfühlen, in denen sie arbeiten und leben können. Siehe auch
  1. wie auch immer die Rolle definiert sein mag []
Trupp oder Team – Gruppengefühl und Selbst-Organisation

Trupp oder Team – Gruppengefühl und Selbst-Organisation

Ich möchte zum gestrigen Beitrag noch zwei Aspekte ergänzen. In Gruppen, die gemeinsam handeln entsteht ein Wir-Gefühl bzw. ein Gefühl der gegenseitigen Verlässlichkeit. Das gilt für Teams als auch für Trupps. Die Quelle dieser Gefühle ist jedoch nicht identisch. Im Team entstehen diese Gefühle von innen und sind von einer gemeinsamen Vision (z.B. Projektvision) getragen. In Trupps wird das Gefühl mehr durch Außensteuerung und Abgrenzung gegenüber anderen erzeugt. Die militärische Ausbildung wäre hier als extremes Beispiel zu nennen. Die Selbst-Organisation hängt damit eng zusammen. Wenn Selbst-Organisation erlaubt und erwünscht ist entsteht das Wir-Gefühl von innen. Ein Trupp darf sich nur in sehr engen Grenzen selbst organisieren und wird überwiegend von außen organisiert. Nachgedanken: Auch wenn ich selbst ein Verfechter der Teamarbeit bin lehne ich die strikte Außen-Organisation nicht ab. Es gibt definitiv Bereiche in denen es notwendig ist mit Trupps zu arbeiten. Wenn ich in einem brennenden Haus sitze, ist es mir lieber von einem straff organisierten Trupp von Feuerwehrleuten gerettet zu werden. Ich halte es aber für äußerst bedenklich wenn Arbeitsgruppen oder Abteilungen in Firmen zwar Teams genannt aber dennoch wie Trupps organisiert werden.
© pentaeder 2019 / 2020