feel it

so heißt der Titel des neuen Buches von Andreas Zeuch. Es ist ein Buch über professionelle Intuition. Das Buch räumt sehr gründlich mit dem Vorurteil auf, dass sich das Geschäftsleben alleine und ausschließlich mit expertenhafter Rationalität beherrschen lässt.

Trotz des engagierten Sprachstils ist dieses Aufräumen keine subjektive Gegenrede zur Rationalität, sondern eine durch viele Studien und Experimente belegte Argumentation, die klar offenlegt, dass die reine Rationalität eine Legende ist. Diese Erkenntnis enthält eine gewisse Ironie, da gerade die Rationalität oft naturwissenschaftlich argumentiert, aber ganz offensichtlich experimentelle Belege, die das Gegenteil zeigen, geflissentlich ignoriert.

Die hundertprozentige Rationalität ist schon deshalb nicht möglich weil sich in gegebener Zeit nie vollständige Informationen beschaffen lassen. Ein Verschieben einer anstehenden Entscheidung um weitere nicht überschaubare Informationen zu beschaffen hilft auch nicht weiter. Am Ende wird die Entscheidung mit einem mehr oder minder großen Anteil an Intuition getroffen. Das Leugnen der Intuition und die Huldigung der Pseudo-Rationalität verbessert die Entscheidung bestimmt nicht. An diesem Punkt wird es richtig spannend im Buch. Andreas Zeuch begnügt sich nicht den Leser zu dieser Erkenntnis zu führen sondern zeigt Wege auf wie die Intuition entdeckt, gepflegt und individuell aber auch im Unternehmen weiter entwickelt werden kann. Er zeigt die Rahmenbedingungen auf, die geschaffen werden müssen um die Intuition im Unternehmen gedeihen zu lassen und nutzen zu können.

Intuition ist nichts Esoterisches, das vom Himmel fällt, sondern eine Fähigkeit, die jeder Mensch hat, die ggf. wieder entdeckt werden muss und trainiert werden kann. Intuition ist sogar eine zutiefst menschliche Eigenschaft, eine Grundfähigkeit des Menschen, die den Umgang mit unbekannten Situationen überhaupt erst ermöglicht. Nicht jedes Unternehmen lässt seinen Mitarbeitern den intuitiven Entfaltungsraum, nicht jedes Unternehmen lässt sich auf nicht kalkulierbare Unwissenheit ein und Intuition lässt sich auch nicht mit der Brechstange einführen. Diese differenzierte Sicht ist eine der besonderen Stärken des Buches. Damit trägt es auch seinen Untertitel “So viel Intuition verträgt Ihr Unternehmen” zu Recht.

Eine weitere Stärke des Buches ist, dass es auch einen kritischen Blick auf die Intuition wirft. Konditionierungen, Wahrnehmungs- und Gewohnheitseffekte können unbewusst Entscheidungen beeinflussen – echte Intuition ist etwas anderes als unbewussten Effekten zu folgen. Auch diese Effekte werden eindrucksvoll mit Beispielen und Studienergebnissen belegt. Es wird deutlich, dass die Intuition kein unproblematisches Allheilmittel ohne Nebenwirkungen ist, sondern professionell erarbeitet werden muss und kann.

Insgesamt liefert das Buch eine umfassende Grundlage um sich auf das Abenteuer Intuition einzulassen. Prädikat: Sehr, sehr lesenswert.

Andreas Zeuch: Feel it!: So viel Intuition verträgt Ihr Unternehmen
Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA; Auflage: 1. Auflage (9. Juni 2010)

P.S. der Link zum Buch ist kein Affiliate Link

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Erfolg durch bewusste Intuition

Ein Projekt ist durch Neuartigkeit und Komplexität gekennzeichnet. Die Komplexität erfordert die Zusammenarbeit von Menschen mit verschiedenen Fähigkeiten. Hieraus ergeben sich die wohlbekannten Schwierigkeiten des Projektmanagement und der Projektleitung denen mit den verschiedensten Ansätzen und Methoden begegnet wird. Um die soll es heute aber nicht gehen. Manchmal versteckt sich die Hauptschwierigkeit eines Projektes jedoch tatsächlich in der Schwierigkeit der Aufgabenstellung. Mit so einem Projekt hatte ich es kürzlich zu tun. Die Aufgabe war auf den ersten Blick scheinbar unmöglich. Einige Versuche das fragliche IT-System aufzubauen scheiterten. Jahre gingen ins Land, die Laufzeiten für eine Verarbeitung lagen im Bereich von Stunden, zudem war dann auch noch das Ergebnis unbrauchbar. Ein neuer Anlauf wurde unternommen. Innerhalb von 6 Wochen sollte ein alternatives System aufgebaut werden. Die Ergebnisse sollten brauchbar werden und das System sollte mindestens 100-mal schneller werden. Kaum zu schaffen … ich würde hier nicht darüber schreiben wenn wir es nicht geschafft hätten.

Für die Lösung solcher Schwierigkeiten lässt sich natürlich kein Patentrezept angeben, eines scheint mir jedoch bemerkenswert. In diesem Projekt haben wir jeden bewährten und vertrauten Lösungsansatz über Bord geworfen und einen radikal “neuen” Ansatz verfolgt. Das “neu” steht in Anführungszeichen da wir einerseits aktuelle Technologien eingesetzt, diese jedoch mit zum Teil 20 Jahre alten Komponenten kombiniert haben. Der bewusste Verzicht auf das Bewährte und Vertraute, das bewusste Einlassen auf das Gefühl “das könnte so klappen” hat uns zum Erfolg geführt. Das Gefühl und die Intuition haben hier den Unterschied ausgemacht. Das Festhalten an bewährtem Expertenwissen hätte uns entscheidend behindert.

Das ist jetzt nur ein erstes Beispiel für die Kraft der Intuition, in den nächsten Tagen werde ich hier noch ein Buch zum Thema Intuition vorstellen, nach dessen Lektüre klar wird, dass “Erfolge durch Intuition” keine Einzelfälle sondern ein gutes Prinzip darstellen.

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Mail oder Feed

E-Mail ist nach wie vor die uneingeschränkte Nummer 1 in der elektronischen Kommunikation in Projekten. Das ist ein gefühlter Erfahrungssatz, den ich als Fazit aus vielen Projekten ziehen würde. Aktuelle Technologien wie Feeds führen nach wie vor ein Nischendasein zumindest erlebe ich in vielen Projekten, dass mit schlichten Nichtwissen reagiert wird, wenn ich den Einsatz von Feed / RSS basierten Werkzeugen vorschlage. Eine aktuell laufende Forschungsarbeit scheint dies zudem noch bestätigen.

Was fange ich mit dieser Vermutung an? Es hilft nicht die Realität zu ignorieren. Deshalb kann man sich ab heute hier auch alternativ per E-Mail über neue Beiträge informieren lassen.

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Projektleitung in weniger als 1000 Worten

Der folgende Artikel hat nur 996 Worte und will dennoch das Thema Projektleitung und Projektmanagement auf den Punkt bringen (zur Begriffsverwendung Projektleitung). Ist das angesichts der kilometerlangen Regale mit PM Literatur und den im Widerstreit liegenden Projekt-Religionen ein aussichtsloses Unterfangen? Schaun mr mal.

“Sie kümmern sich jetzt um Projekt X”. Mit diesen Worten beginnen viele Leidensgeschichten. Die erste Diagnosefrage, die sich die/der Projektleiter(in) (PL) in spe stellen sollte lautet: “Ist X wirklich ein Projekt?” bzw. konkreter erfüllt “X” die folgenden Kriterien: Es gibt mindestens

  • ein in Worten beschreibbares Ziel oder Arbeitsergebnis,
    das in dieser Form noch nicht existiert,
  • eine klare Begründung warum das Projekt gemacht wird,
  • einen Termin an dem mit den Arbeiten begonnen wird,
  • einen Termin an dem das Arbeitsergebnis vorliegen soll,
  • mindestens eine weitere Personen, die zum Arbeitsergebnis beiträgt,
  • sowie mindestens eine weitere Person, an die das Arbeitsergebnis geliefert wird.

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