EnjoyWorkCamp

EnjoyWorkCamp_logo_320x140pxSeit einigen Tagen bin ich offiziell Kooperationspartner und Bildungspate des Enjoy Work Camps. Warum? Es geht um Arbeits- und Lebenswelten der Zukunft! Ich bin der festen Überzeugung, dass vieles in der Arbeitswelt unserer Tage neu gedacht und ins Leben gebracht werden muss. Ebenso halte ich die Trennung von Arbeitswelt und “Leben” für wenig hilfreich. Es ist an der Zeit über die gewohnten Horizonte der (Projekt)-Arbeit hinauszudenken.

Genau das wird am 14. und 15. November bei der ersten Auflage des enjoyWorkCamp passieren. In Form einer Unkonferenz werden sich die anwesenden Menschen auseinandersetzen und neue Idee entwickeln und mitnehmen. Ich selbst werde einen Impuls zum Thema Resilienz und Teamarbeit mitbringen.

Zur Anmeldung geht es hier.

Zwischen Zweckoptimismus und Realitätsverschiebung

#Projektleiter sind Berufs-Optimisten
#Zweckoptimismus grenzt gelegentlich an Realitäts-Verschiebung

Das waren meine Tweets der letzten Woche. Beide sind gewissermaßen Stoßseufzer angesichts einer Situation, in der ich gerade stecke. In einem Projekt wartet das ganze Team auf eine Entscheidung, die außerhalb des Projektes fallen und großen Einfluss auf den weiteren Projektverlauf haben wird. Lässt die Entscheidung noch auf sich warten hat das ebenfalls erhebliche Auswirkungen auf das Projekt. Die Projektleitung sitzt dabei zwischen allen Stühlen, einerseits soll sie das Team auf Kurs halten, andererseits ist das mit den lapidaren Worten „Es ist noch nichts entschieden“ kaum zu erreichen. Über kurz oder lang schleicht sich ein gewisser Zweckoptimismus ein, um wenigstens einen Hauch guter Nachrichten verbreiten zu können. Der Zweckoptimismus reicht aber nur eine Weile. Wenn immer wieder ähnliche Geschichten erzählt werden, schwindet die Spannung. Die Zuhörer fühlen sich verschaukelt, die gut gemeinte Durchhalteparole verkehrt sich ins Gegenteil und wirkt lähmend. Wenn jetzt die Geschichte immer wieder aufs neue erzählt wird kommt die Realitätsverschiebung ins Spiel. Es entstehen Parallelwelten in der unterschiedliche Versionen der Geschichte geglaubt werden. Die eine Fraktion glaubt an eine baldige Entscheidung, die andere an die ewige Verzögerung. Spätestens im Glaubensstreit geht dann der Blick für die Wirklichkeit endgültig verloren.

Und wie kommt man aus so einer Nummer raus. Genau genommen gar nicht! Man kann nur darauf achten, den Schaden so gering wie möglich zu halten. Ich persönlich versuche es wie folgt:

Ehrlichkeit und Präzision in den Aussagen! Anders formuliert: „Nichts erzählen, was man nicht auch schriftlich an alle Beteiligten (auch im Falle einer Eskalation) weiter geben kann!“

Konstruktiv bleiben! Verschiedene Szenarien erarbeiten, Pfade zur Weiterarbeit aufzeigen. Auch wenn es anders kommen sollte, ist eine konstruktive Arbeits-Perspektive immer hilfreicher als ein reiner Glaubenssatz.

Bittere Wahrheiten über die Begrenzheit mancher Maßnahmen …

Ein sprichwörtliches Gebet lautet:

Gib mir die Kraft Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
gib mir Geduld Dinge zu ertragen, die ich nicht ändern kann,
und gib mir die Weisheit beides voneinander zu unterscheiden.

An dieses Sprichwort musste ich denken, als in einem Projekt über Wochen hinweg die Arbeitsatmosphäre immer schlechter wurde. Dabei waren die Arbeitsergebnisse gut, die anvisierten Termine waren haltbar. Allerdings waren die Rahmenbedingungen unsicher, wichtige Entscheidungen wurden über Wochen hinweg verschoben. Gute Lösungen und ebenso tragfähige “Pläne B” starben in der Wartezeit dahin. Die Frage “Warum machen wir das” geisterte zuerst leise über die Flure, wurde im Laufe der Zeit immer lauter ausgesprochen. Das vorhandene Wir-Gefühl bröckelte von Tag zu Tag.

Irgendwann stand dann die Idee der motivierenden Maßnahmen im Raum. So verheißungsvoll eine rettende Maßnahme auch erscheinen mag. Solange es an den demotivierenden Rahmenbedingungen keine Änderung gibt, wird sie ins Leere laufen und im Endeffekt für noch mehr Frustration sorgen.

Und wenn der Schmerz angesichts der Situation noch so groß ist und der Kopf voller Methoden und Ideen steckt, muss die Situation ertragen werden. Einzelne schmerzlindernde Aktionen sind hilfreich mit der echten “Teamtherapie” muss aber gewartet werden, bis die ausstehenden Entscheidungen fallen und genügend Rahmenbedingungen wieder sichtbar werden.1 In diesem Moment kann dann so etwas wie ein Zwischen-Kickoff ein Startpunkt für konstruktive Veränderung der Teamdynamik sein. Insofern könnte man das Gebet um die Zeile ergänzen:

… und gibt mir klare Sicht den richtigen Zeitpunkt nicht zu verpassen.

  1. Gelegentlich wird von guten oder schlechten Rahmenbedingungen gesprochen. Je nach Blickwinkel kann die Einschätzung welche die “Guten” sind aber sehr unterschiedlich sein. Das eigentliche destruktive Element ist das Fehlen von Rahmenbedingungen. []